DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel BMX: Schweres Jahr für die Radsport-Variante

Führend in Rheinland-Pfalz: die Dudenhöfer BMX-Fahrer.
Führend in Rheinland-Pfalz: die Dudenhöfer BMX-Fahrer.

Eine der von Corona erheblich beeinträchtigten Disziplinen ist BMX. Diese Rad-Variante hat mit rund 40 meist jugendlichen Fahrern den RV Dudenhofen über den Bahnsport bei Bundesliga-Wettbewerben in Deutschland und in anderen Teilen Europas bekannt gemacht.

„2020 war und ist ein sehr schwieriges Jahr für uns“, sagt Trainer Michael Grelak, dessen Engagement in Sachen Bicycle Motocross diese Vereinsabteilung zur weitaus größten in Rheinland-Pfalz machte: „Der Lockdown hat unseren Saisonvorbereitungen im März ein jähes Ende bereitet.“

Er erläutert: „Im Mai konnte das Training zwar schrittweise hochgefahren werden. Doch hemmte der Umstand, dass es 2020 keine Wettkämpfe gab, die Motivation für ein intensives, das heißt leistungsorientiertes, Training. Gerade wollten wir in die Vorbereitungen für 2021 einsteigen, kam es erneut zum Lockdown.“

„Wir bleiben mit unseren Sportlern und Sportlerinnen über die heute üblichen digitalen Medien in Kontakt“, teilte Grelak mit: „Die Kaderleute dürften zwar weiterhin gemeinsam trainieren. Aber im Freien ist das wegen der derzeitigen Wetterbedingungen nur sehr schwer möglich. Wir hoffen halt darauf, dass Anfang kommenden Jahres mehr möglich ist.“

Reines Hobby

Zu den Startmöglichkeiten in verschiedenen Wettbewerbsklassen informierte Grelak: „Unsere BMX-ler sind zum Teil reine Hobbyfahrer, Fahrer, die im Rahmen des Beginners Cups BaWü auch an Rennen ohne Lizenz teilnehmen und Fahrer und Fahrerinnen mit Lizenz.“

Die nahmen 2019 an bundeweiten Wettkämpfen teil und erreichten sehr gute Erfolge. Vier Fahrer gehören dem Landeskader Rheinland-Pfalz an und erhalten dadurch eine intensivere Förderung.

Der Dudenhofener BMX-Aufschwung geht auf den mit seiner Familie in Otterstadt wohnenden Michael Grelak zurück. Er gehört dem RV 08 seit 1983 an und begann 1984, Rennen im Lizenzbereich zu fahren. Er bestritt bis 1997 Wettbewerbe mit guten Ergebnissen in der Klasse der Aktiven, darunter Top-Drei-Platzierungen bei deutschen Meisterschaften.

WM-Zehnter

Hinzu kamen Starts bei kontinentalen und Welttitelkämpfen: „Der zehnte Platz bei der WM in Bordeaux war mein größter internationaler Erfolg. Nach einer Pause von zehn Jahren, Hochzeit, Hausbau, Geburt unserer Tochter, begann ich 2007 wieder Lizenzrennen zu fahren.“

Während seiner Unterbrechung sei „von den aktiven BMX-Sportlern beim RV 08 nichts mehr übrig geblieben: „Anfangs haben wir mit drei ehemaligen Fahrern begonnen, unsere Bahn wieder zu reaktivieren. Nachdem wir wieder regelmäßig Trainingseinheiten abhielten, fanden sehr schnell wieder Kinder und Jugendliche zu uns.“

Um die Aktivitäten nachhaltig aufeinander abzustimmen, übernahm der Otterstädter die Ämter eines BMX-Fachwarts im Verein und im Radsportverband Rheinland-Pfalz. Zusätzlich erwarb er beim Bund Deutscher Radfahrer die C-Trainer-Lizenz Leistungssport für die Disziplin BMX Race.

Die Großprojekte

Zwischen 2010 und 2019 standen einige große Projekte wie die Errichtung einer modernen, pneumatischen Startanlage und Anfang 2019 der Neubau der Bahn an, „als wir dank enormer Eigenleistung die alte BMX-Bahn komplett zurückgebaut haben“.

Grelak: „Die Bahn wurde dann mit den heute üblichen Materialien neu aufgebaut. Das ganze Projekt zog sich über sechs Monate und war der Tatsache geschuldet, dass der Neubau einer modernen Wettkampfstrecke am Verlust des dafür vorgesehenen Geländes scheiterte.“ Für 2021 plant er: „Ich will auch mit 51 Jahren wieder Rennen fahren.“

Zur Sache: BMX

BMX ist die Abkürzung für Bicycle Motocross. Das X steht für cross, englisch Kreuz, beziehungsweise durchqueren. Es handelt sich um eine Ende der 1960er Jahre in den USA entstandene Sportart, bei der die Fahrer auf einem speziellen Gerät mit Rädern von 20 Zoll Rennen bestreiten oder Stunts ausführen.

Der Vorläufer des BMX war Anfang der 1960er Jahre das sogenannte Stingray, das in weiterentwickelter Form in den 1970ern als Bonanza-Rad nach Europa kam. Bereits mit den Stingrays trugen Jugendliche in den USA auf etwa 400 Meter langen Sandkursen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen sieben Kontrahenten aus.

Da die Fahrräder für diesen harten Einsatz eigentlich nicht konzipiert waren, wurden stabilere Rahmen entwickelt, die hohen Lenker und das 20-Zoll-Felgenmaß jedoch beibehalten: das erste echte BMX-Rad. In den 1980ern setzte es sich auch in Europa durch.

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