Radsport
BMX: RV 08 Dudenhofen pflegt sein Alleinstellungsmerkmal
Als einziger Verein in Rheinland-Pfalz bietet der RV 08 Dudenhofen noch wettbewerbsmäßig BMX an. Abteilungsleiter Thomas Grelak (55) berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung über die jüngste Vergangenheit und blickt auf das kommende Jahr. Fünf lizenzierte Fahrer zählt der Verein derzeit.
„Corona hinterließ Spuren“, so Grelak: „2022 hatten wir einen riesigen Zulauf und zehn Leute bei der deutschen Meisterschaft. Nach dem Sommer war die Hälfte weg. Es ist mir unerklärlich. Es ist wohl ein Mix aus Vielem.“ Natürlich spielten die vielen Freizeitmöglichkeiten, die damit verbundene Sprunghaftigkeit, eine Rolle.
In den vergangenen beiden Jahren gab es noch Anfragen zum Schnuppern: „Jetzt hat es sich wieder zum Positiven geändert. Wir haben viele um die sechs Jahre.“ Jetzt in der kalten Jahreszeit ist Training im Freien seltener möglich. Der Abteilungsleiter: „Wir machen allgemeine Athletik und Zirkeltraining in der Halle der Grundschule.“
Grelak erfolgreich
15 Fahrer von fünf bis 55 Jahren aus der näheren Umgebung bis Schifferstadt umfasst die Sparte mit eigenem Trainingsgelände beim RV 08 momentan. Der Abteilungsleiter führt die Trainer-C-Lizenz und erhält Unterstützung von Stefan Handermann (C). Grelak begann 1983 mit BMX und schaffte es an der Seite des Harthausener Weltmeisters Uwe Sturm in die deutsche Spitze. Zuletzt brach er bei den Über-50-Jährigen zwei Läufe ab. Immerhin geht es mit rund 50 Stundenkilometern über die Hindernisse.
„Das war schon immer so“, meint Grelak zum Alleinstellungsmerkmal im Land. Der Kurs in Dudenhofen scheide wegen seiner Größe und der Kurven auch zukünftig für Wettbewerbe aus: „Das ist kein Wettkampfniveau.“ Baulich sei da nichts zu machen. Bemühungen, vor Jahren einen anderen Standort im Bereich oder auf dem Bundeswehrgelände im Osten des Dorfes zu beziehen, scheiterten nicht zuletzt aus Gründen des Umweltschutzes. Ohnehin verschlinge eine moderne Startanlage für die immer anspruchsvolleren Strecken 10.000 Euro. In Karlsruhe, Darmstadt, Weiterstadt treffen sich die Sportler.
Der Abteilungsleiter, der sich als Fachwart im Landesverband engagiert, bezeichnet die Radsportvariante als ganzheitlich, die Koordination und Kondition fördere, den ganzen Körper beanspruche, Arme und Oberkörper trainiere: „Viele Dinge kann man auch in den Straßenverkehr übernehmen.“ Zum Schnuppern für Interessenten leihe der Verein für fünf Euro je Einheit Rad, Helm und Sicherheitsausrüstung aus. Schließlich gelte es Verschleißteile zu ersetzen. Ein Gebrauchtrad sei für 250 bis 300 Euro erhältlich. Bei der Wettkampfvariante aus Karbon steige der Preis schon auf 4000 bis 4500 Euro.
Aushängeschild Karch
Konkurrenz durch Mountainbike oder Crossdisziplinen sieht Grelak weniger. Pumptracks auf flacherem Gelände nutzt er dagegen selbst: „Das gibt es viel in Baden-Württemberg“, sagt der Mittfünfziger und zählt Altlußheim, Ladenburg, Weinheim sowie Schriesheim auf.
Das Aushängeschild der Gruppe heißt Kilian Karch (10): „Wir versuchen, ihn zu fördern.“ Die Nachwuchshoffnung aus Haßloch startete bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen: „Das ist eine ganz andere Liga. Er ist in der Vorrunde ausgeschieden. Dabei sein ist alles.“ Unglücklich verliefen die nationalen Titelkämpfe in Erlangen: „Kilian war im Halbfinale in einen Sturz verwickelt. Bis dahin hatte er alle Läufe gewonnen. Nach meiner Einschätzung wäre Platz zwei drin gewesen.“
Zudem bestritt Karch internationale Rennen zum Europapokal und den Drei-Nationen-Cup in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Auch hier stand der Halbfinaleinzug. Hinzu kam die Bundesliga in der Altersklasse Boys 11/12. Hier warten durchaus weite Anreisen bis Hamburg: „Kilian ist körperlich und kraftmäßig schon weit. Er hat sich gesteigert.“ Vierten bis sechsten Plätzen zu Beginn folgten bald Laufsiege von der Vorrunde über die Zwischenläufe bis zum Finale. Die Teilnahme an der WM im kommenden Jahr in Australien tut Grelak dagegen mit einem gequälten Lächeln ab: „Die findet in Australien statt.“