Speyer Bluesrock locker vom Hocker

Eine angenehme Überraschung hat der britische Bluesrock-Gitarrist Aynsley Lister dem Kulturverein Dudenhofen am Donnerstagabend beschert: Hatten sich zu Listers erstem Konzert vor vier Jahren gerade mal 80 Zuschauer im Bürgerhaus versammelt, waren diesmal mehr als 300 in der Festhalle zu Gast.
Der Vollblutmusiker aus Mittelengland hatte sich vor einigen Tagen beim Beladen seines Tourbusses den Fuß gebrochen und musste deshalb auf einem Hocker sitzen. Die eingeschränkte Beweglichkeit auf der Bühne tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Mit einem Katalog von zwölf Alben aus den vergangenen 18 Jahren hatte er genug Material im Repertoire, um den Zuschauern trotzdem ordentlich einzuheizen. Listers Stil wird oft mit dem frühen Eric Clapton verglichen, obwohl er viele zeitgenössische Elemente in seine energiegeladenen Kompositionen einfließen lässt. Die Gitarrenriffs und das treibende Schlagzeugspiel sind deutlich härter als bei vielen anderen „Bluesbreakern“. Die Bandbreite seiner Kompositionen reicht dabei von messerscharfen Rocknummern bis hin zu getragenen Halbballaden, bei denen auch mal der Keyboarder im Solo seine Fingerfertigkeit beweisen durfte. Der überwiegenden Mehrzahl der Besucher gefiel, was die Musiker ihnen boten. Einige wenige äußerten daneben Probleme mit dem Tonvolumen in der Festhalle – von „zu viel Gitarre“ bis „zu lautes Schlagzeug“. „Wenn bei 340 Zuschauern Dreien der Sound missfällt, 300 applaudieren und 30 sich extra lobend über das Konzert äußern, so muss man damit leben“, sagte der zweite Vorsitzende des Kulturvereins, Karl-Heinz Osche, dazu. Bei künftigen Konzerten werde man jedoch Maßnahmen ergreifen, um eventuell aufkommenden Beschwerden wegen der Lautstärke die Spitze zu nehmen, so Osche weiter. Nach knapp zwei Stunden und „Purple Rain“ von Prince als Zugabe machte Aynsley Lister Feierabend. Die überwiegende Mehrheit des Publikums verließ die Halle mit äußerst zufriedenem Gesichtsausdruck. Ungewöhnlich für ein Konzert dieser Größenordnung: Lister hatte den deutschen Gitarristen Till Bennewitz im Vorprogramm mit auf seine Tournee genommen. Der ursprünglich aus dem Harz stammende Musiker heizte im Alleingang mit akustischer Gitarre und an Bruce Springsteen erinnernder Stimme das Publikum an.