Speyer Blicke über den Pfälzer Tellerrand

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Fruchtbar-mediterranes Land: „Die Pfalz in Aquarell und Stein“ lautet der Titel einer Ausstellung mit Aquarellen von Marika Fünffinger und Steinskulpturen von Heinz Stegmaier. Heute Abend wird sie im Römerberger Zehnthaus eröffnet.

Eine helle, lichtdurchflutete Sommerausstellung, die den Betrachter über den Pfälzer Tellerrand schauen lässt: Marika Fünffingers Sommerreise in Aquarell beginnt mit einem Blick über die Weinberge ihrer Heimat bei Burrweiler und Gleisweiler. Sie schweift durch stille Heiligensteiner und Berghäuser Dorfstraßen, betrachtet in ungewöhnlichen Panorama-Ansichten den Jakobspilger in der Speyerer Maximilianstraße und mündet schließlich am Fischmarkt von Venedig. Dass Fünffinger die Pfalz hier bereits verlassen hat, fällt im ersten Moment gar nicht auf. Denn alle Aquarelle mit ihrem weichen, sanften Licht- und Schattenspiel durchfließt ein mediterranes Licht. Die Stille der Bilder lädt dazu ein, auszuruhen und sich durch menschenleere Straßen treiben zu lassen. Sie wirken wie Theaterkulissen – ob vor oder nach dem Spiel, bleibt offen. Über den Tellerrand schaut auch Heinz Stegmaier mit auf weißen Stelen im Raum angeordneten Steinskulpturen. Den hellen Sandstein, aus dem seine Skulpturen und Objekte geschaffen sind, gewinnt der Bildhauer aus einem Neustadter Steinbruch. Den Maserungen des Steins folgend, lässt er aus den Steinen wohlgeformte Brüste entstehen. Stegmaier reflektiert über die „Anmut der Schönheit“, lässt sich aber auch von großer Architektur inspirieren. Poetisch fällt seine Hommage an die irakische Architektin Zaha Hadid aus, in der er deren geschwungenes Formenvokabular aufgreift und flügelgleich in einem aus Weinkistenholz gefertigten Kasten – die Welt in der Pfälzer Kiste – unterbringt. Auch Meret Oppenheim und Andy Warhol würdigt Stegmaier in der Schau des Kunst- und Kulturvereins Römerberg.

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