Speyer
„Birds of Prey“: Neue Familienmitglieder und Trauer um Felix
Im Dezember vergangenen Jahres ging das große Schuften los. Bis dahin war die Falknerei „Birds of Prey“ in Waldsee beheimatet gewesen. Jetzt ist die größte Voliere auf dem Areal zwischen Speyer und Otterstadt mit 470 Quadratmetern so groß wie die gesamte Fläche, die früher zur Verfügung stand. Die Betreiber Thorsten und Courtney Iwersen sind trotz der kräftezehrenden Arbeit froh, eine neue Bleibe für ihre Falknerei gefunden zu haben. „Wir haben bis kurz vor der Eröffnung noch gewerkelt“, berichtet Courtney Iwersen.
Das Gelände, auf dem früher einmal Hühner und Gänse lebten, war zugewuchert. Die vorhandenen Volieren standen seit einigen Jahren leer. „Wir haben fast 20 Tonnen Grün rausgeholt“, sagt Iwersen. Die großen Käfige mit genug Freiflugraum für die Vögel sind wieder instandgesetzt worden. Die Verantwortlichen sind dankbar für die Unterstützung des Bartclubs aus Hessen, dessen Mitglieder sich für soziale Projekte engagieren und Hand anlegten. Ein Bekannter hatte den Kontakt hergestellt.
Förderverein gegründet
Fertig ist das Falknerei-Team, das um zwei Personen auf sechs Köpfe erweitert wurde, längst nicht. „Der Schandfleck in der Mitte muss weg“, erklärt Iwersen, was als nächstes in Angriff genommen werden soll. Ihr Finger zeigt dabei auf einen Bereich, der früher einmal ein Teich gewesen ist. Dort soll eine Eventfläche für Flugshows entstehen. Bis die erste Vorstellung stattfinden kann, wird es Frühjahr 2025 werden, schätzt Iwersen. Nur sukzessive kann es vorwärts gehen; auch das entsprechende „Kleingeld“ ist dafür vonnöten.
Um die Finanzierung zu erleichtern, ist ein Förderverein gegründet worden. Aktuell steht der Eintrag ins Vereinsregister bevor. Der Vorsitzende Daniel Kolusniewski und seine Frau Theresa sind die beiden Neuen im Team „Birds of Prey“, dem neben Courtney und Thorsten Iwersen dessen Sohn und Jungfalkner Cedric und Beizjägerin Betty Izzo angehören.
Weißkopfadler Felix verendet
Die Bestandsvögel sind von Waldsee mit nach Speyer gezogen. Ein paar Zugänge hat es gegeben, so dass derzeit 18 Vögel in der Falknerei zu Hause sind. „Jedes Tier ist ein Familienmitglied“, hebt Thorsten Iwersen hervor. Hegen, pflegen und aufpassen gehört daher zum täglichen Brot. Alle Greifvögel sind beringt, so dass sie zu jeder Zeit ihrer Heimatstation zugeordnet werden können.
Getrübt wurde die Neueröffnung durch einen Verlust, den das Team zu beklagen hat. „Eine Woche vorher verstarb unser Weißkopfadler Felix“, informiert Iwersen. Ihm zu Ehren ist eine kleine Gedenkstätte aufgebaut worden. Der stattliche Vogel sei krank gewesen, so dass er im Alter von 30 Jahren eingeschläfert werden musste. „In freier Wildbahn werden diese Adler etwa 15 Jahre alt. In der Voliere können sie bis zu 50 Jahre alt werden“, sagt Iwersen.
Auch Auffangstation für kranke Greifvögel
Neu in die Familie aufgenommen worden sind ein Steppenadler, ein Fleckenuhu und „Emma“, ein sibirischer Uhu. Sie werden gerade langsam an das Leben in der Falknerei gewöhnt. Am Konzept hat sich nichts geändert. „In erster Linie können wir gebucht werden“, merkt Iwersen an. Für Kindergärten, Schulen, aber auch Firmen sei der Einsatz der Falknerei gedacht. Beliebt ist das Engagement zudem bei Kindergeburtstagen.
Iwersen ist glücklich, auf dem Spitzenrheinhof ein Gelände gefunden zu haben. „Wir können den Vögeln viel mehr bieten und mit ihnen üben“, macht die Chefin deutlich. Die Falknerei ist auch Auffangstation für kranke oder schwache Greifvögel und zieht diese ebenso vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier auf.
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