Sport allgemein RHEINPFALZ Plus Artikel Bewegungsprojekt für Kinder in Speyer kämpft um Finanzierung

Nicht mehr automatisch vorauszusetzen: die Fähigkeit, rückwärts zu laufen.
Nicht mehr automatisch vorauszusetzen: die Fähigkeit, rückwärts zu laufen.

Das Bewegungsprojekt für Vorschulkinder in Speyer hat es nicht immer leicht. Doch ein Duo packt an und gibt so schnell nicht auf. Aber noch sind ein paar Wünsche offen.

Die Finanzierung des Bewegungsprojekts für Vorschulkinder in Speyer ist bis Mitte 2026 gesichert. Das hat Jürgen Kief mitgeteilt. Der Vorsitzende des organisierenden Stadtsportverbands zeigte sich auch zuversichtlicher über die Zeit des kommenden Schuljahres hinaus: „Ich habe dieser Tage zwei aussichtsreiche Gespräche geführt.“ Doch leicht stellt es sich nicht dar, das Angebot auf die Beine zu stellen: „Anfang des Jahres stand es auf der Kippe“, meinte Mira Hofmann vom beteiligten Judosportverein, die sich maßgeblich um die Gewinnung von Fördergeldern einbringt.

Pravo sei Dank

Da betrug das Budget etwa 4000 Euro. Dass es auf 18.000 anwuchs, dafür sorgten verschiedene Service-Clubs wie die Kolb-Stiftung, Kiwanis, Lions Club, Stiftung Bildung und Sport. Der Dank der Organisatoren gilt nicht zuletzt dem Praxisnetz Vorderpfalz Speyer, Römerberg, Dudenhofen (Pravo) und den Landwirten der Region um Familie Fischer.

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2018 ging’s los mit dem Bewegungsprojekt. Die ersten drei Jahre unterstützte die Allgemeine Ortskrankenkasse mit jeweils 10.000 Euro. Dann beteiligte sich die BASF, zuletzt die Stadt mit 12.500 Euro, ehe die Quelle aus Gründen der Einsparung für 2025 versiegte. Von Vereinsseite beteiligten sich auch Athletenverein 03, Turn- und Sportverein, Fußballclub 09 und Kinderzirkus Bellissima.

Einfache Sachen

„Wir brauchen 1500 Euro pro betreute Kita-Gruppe“, so Hofmann. Abenteuerland, Villa Kunterbunt, Kastanienburg, Löwenzahn, Pusteblume, Cité de France, und Sankt Christophorus, vielleicht schon bald die Mäuseburg begleiten die Fünfjährigen einmal wöchentlich meist vormittags für gut eine Stunde in nahegelegene, fußläufig erreichbare Vereine und Schulen. „Wir wollten bewusst nicht in die Einrichtungen und den Leuten den Job wegnehmen“, so Hofmann.

„Wir möchten, dass Kinder Lust auf Bewegung kriegen, und es stärkt die Teamfähigkeit“, erklärte Stadtsportverbandschef Kief. Warten, zuhören, verlieren, ruhig sitzen sich an- und ausziehen, Schuhe binden können, Frustrationsbewältigung, Integration, Straßenverkehrsverhalten beim Anmarsch, all das gehöre dazu. Die Übungsleiter der Vereine bieten keinen Fachsport, sondern vermittelten Freude an der Bewegung, angefangen vom Springen auf einem Bein oder rückwärts laufen.

Entwicklung erkennbar

Kief: „Wir wollen die große Masse erreichen, alle, die sich einen Sportverein nicht leisten können. Es ist die Grundlage für lebenslangen Sport.“ Initiatorin Maria Montero-Muth, Bürgermeister Monika Kabs, Sportkreisjugendleiterin Alice Krüger, alle helfen mit. „Die Übungsleiter erkennen nach einem Jahr eine Entwicklung“, erzählte die JSV-lerin. Alle seien begeistert dabei. Einige wenige Vereinseintritte habe es auch schon gegeben. Corona habe die zunehmende Schwierigkeit, sich zu bewegen, verschärft.

Doch nicht nur Geld benötigt die Idee, die Hoffnung ruht auf wieder städtische Förderung, sondern zusätzliche Vereine, die sich engagieren oder zum Projekt zurückfinden, sowie Hallenzeiten: „Die gleiche Leistung zum halben Preis, das machen wir nicht. Sonst heißt es, es geht ja“, sagte Hofmann, aber auch: „Wir lassen die Gruppen, die seit Jahren zu uns kommen, schon nicht im Stich.“ Und der Stadtsportverbands-Boss deutete auch Unterstützung aus seiner Organisation an. Jetzt ist Sommerpause. Aber pünktlich nach Ende der Ferien geht’s ohne Vorlauf weiter.

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