Speyer Betreutes Wohnen: Weiter Fragen offen

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„Früher brauchte ich keinen Schirm, um meine Nachbarn zu treffen.“ Damit hat eine Anwohnerin der Petschengasse die Lage der Senioren zusammengefasst, die sich – wie am 10. November berichtet – vom Vermieter Deutsches Wohnen und dem Kreisverband Vorderpfalz des Deutschen Roten Kreuzes alleine gelassen fühlen. Am Montag haben zwölf von ihnen im Restaurant „Dionysos“ überlegt, wie es weitergehen kann.

„Wir wollen doch nur in Ruhe und Gemeinschaft leben“, sagte eine Frau. Die 65- bis 86-jährigen Betroffenen wünschten sich einen Raum zum Spielen, Erzählen und Feiern sowie jemanden, der nach ihnen schaut und sie betreut, wenn es nötig ist. Das sei offenbar zu viel verlangt, gaben sie ihren Gefühlen Ausdruck. Der Brief der Wohnbaugesellschaft, der sie am Tag nach der RHEINPFALZ-Berichterstattung über die Kündigung des Betreuungsvertrages mit dem Roten Kreuz zum 31. Oktober erreicht habe, verhelfe auch nicht gerade zu Optimismus, meinte eine Seniorin. Entgegen der in unserer Zeitung veröffentlichten Darstellung von Julia Neff, bei Deutsches Wohnen zuständig für Vermietung, habe es vorher keinerlei Information gegeben, betonten die Mieter. Das Ehepaar Monika und Leonte Irimesku werde künftig die Tagespflege leiten, heißt es in dem Schreiben, das den Betroffenen am 11. November zugegangen ist. Weitergehende Angaben über die Zukunft des betreuten Wohnens in der Petschengasse sollen die Bewohner demnach an einem noch nicht terminierten Informationsabend erhalten – und dann auch ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern können. Diese Auskunft reiche ihnen nicht, empörten sich die Mieter über die Situation. Manche von ihnen wohnen seit elf Jahren, andere erst seit einigen Monaten in der Petschengasse, die meisten sind alleine. Wie berichtet, soll das Insolvenzverfahren, das über den in Ludwigshafen angesiedelten Kreisverband des Roten Kreuzes eröffnet worden ist, diesen zur Aufgabe des angeblich unrentablen Angebots in Speyer gezwungen haben. Die Bewohner eint die eingekehrte Unsicherheit. „Wie geht es mit uns weiter, wenn wir krank sind? Wer kümmert sich um uns? Was wird aus unserer Gemeinschaft?“ Zwölf Senioren warten auf Antworten. (kya)

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