Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Beschädigtes Kunstwerk: Gefallener Engel noch zu retten?

Besteht aus mehreren Bestandteilen: Ausschnitt des Kunstwerks „In situ – Ein Engelsmonument“. Hinten der Absperrzaun an den früh
Besteht aus mehreren Bestandteilen: Ausschnitt des Kunstwerks »In situ – Ein Engelsmonument«. Hinten der Absperrzaun an den früheren Säulen.

2000 Jahre Speyer wurden 1990 richtig groß gefeiert. Einer von vielen Bestandteilen: ein Bildhauersymposium. Ein Ergebnis davon ist nun in der Existenz gefährdet.

Die Kunstwerke der Bildhauer aus dem Jubiläumssymposium von 1990 zierten seither teilweise das Stadtbild. Zu einer Aufwertung im Vogelgesang, zwischen Closweg-Brücke und Weg in Richtung Kugelfang, wurde die Skulpturengruppe „In situ – Ein Engelsmonument“ des Speyerer Künstlers und Lehrers Manfred Weihe. Sie ist auch als „Gefallener Engel“ bekannt. Sie thematisiere die Verbindung von Mensch, Raum und Vergänglichkeit, so die Stadt auf Anfrage. Sie sei „ein fester Bestandteil des öffentlichen Stadtraums“ geworden.

Vergänglichkeit ist ein gutes Stichwort, denn von der Skulpturengruppe ist wenig übergeblieben. Zwei steinerne Füße ragen noch aus dem Boden, ein Stück weiter eine künstlerisch gestaltete Hand, zwischen dem ungepflegten Rasen eingelassen: ein stilisierter Engelsflügel. Zusammenhänge sind kaum erkennbar, weitere Stein-Relikte schon länger hinter einen Bauzaun verbannt. Begrenzend auf der anderen Seite der kleinen Grünfläche am Anfang der Kardinal-Wendel-Straße stehen Altkleidercontainer.

Schon früh Beschädigungen

„Bereits in den frühen 1990er-Jahren wurde in der lokalen Presse über Beschädigungen an der Skulptur berichtet“, so Stadt-Sprecherin Janine Friedmann. Der Künstler selbst habe sich damals gegen eine Wiederherstellung der beschädigten Elemente ausgesprochen. Die Bestandteile der Gruppe haben unterschiedlich lange gehalten. Im Spätsommer 2017 sei die Absprengung eines Säulen-Bruchteils gemeldet worden. Leider sei nicht nur in bisschen Sandstein herausgesprengt, sondern die Standsicherheit der beiden Säulen gefährdet gewesen. Friedmann: „Aus Sicherheitsgründen wurde der Bereich um die Säulen abgesperrt.“

Zur Schadensbehebung sei die Firma Grimm beauftragt worden, die Säulen abzubauen. Ergebnis: „Während des Abbaus wurden erhebliche Schäden sichtbar, die eine einfache Reparatur ausschließen.“ Insbesondere an den Säulenbasen und den Säulen selbst schreite die Korrosion fort. Der damals verwendete Betonstahl gehe ebenso kaputt wie Fixierungen mit Gips. Bildhauer Holger Grimm berichtet auch von einem Fehler bei der Verdübelung als Ursache. Er habe schon länger einen Kostenvoranschlag für eine Überarbeitung der Säulen gemacht.

Handlungsbedarf erkannt

Die Stadtverwaltung sehe Handlungsbedarf, so Sprecherin Friedmann. Sie stimme deshalb aktuell die weiteren Schritte ab. Ergebnisse gebe es noch nicht, aber das Ziel sei klar: „sowohl die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten als auch eine angemessene Lösung im Umgang mit dem Kunstwerk zu finden“. Weihe war für eine Stellungnahme dazu nicht zu erreichen. In Speyer wird an sein Wirken ab dem 5. Dezember mit einer umfassenden Schau seiner Werke in der Städtischen Galerie erinnert.

Vermoost: Engelsflügel auf Rasenfläche.
Vermoost: Engelsflügel auf Rasenfläche.
Mehr zum Thema
x