Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Berghausen: Umweltkripo ermittelt nach Heizöl-Unfall

Lief über etwa sechs Wochen in die Kanalisation: Heizöl.
Lief über etwa sechs Wochen in die Kanalisation: Heizöl. Foto: dpa

Zu dem Vorfall, bei dem in der Fraumersbergstraße in Berghausen rund 2000 Liter Heizöl ausgelaufen sind, ermittelt die Umweltkripo. Die Untersuchungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wie Polizeisprecher Thorsten Mischler vom Polizeipräsidium Rheinpfalz auf Anfrage sagte, werde wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Stoffen ermittelt. Mitte Oktober hatte der Mieter eines Hauses den Austritt von Heizöl bemerkt. Nach Angaben von Kornelia Barnewald, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, zu der die zu dem Vorfall hinzugezogene Untere Wasserbehörde gehört, standen in dem Haus zwei Tanks mit jeweils 1500 Litern Heizöl. Bei ersten Untersuchungen stellten Polizei, Feuerwehr und eine Mitarbeiterin der Unteren Wasserbehörde fest, dass über etwa sechs Wochen rund 2000 Liter Heizöl langsam aus den Tanks wahrscheinlich über einen Abfluss in die Kanalisation gelaufen waren. Der Mieter des Hauses beziehungsweise die Eigentümer hatten nach eigenen Angaben nichts bemerkt.

Es wurde vermutet, dass das Öl aus einem porösen Schlauch einer Pumpanlage ausgelaufen war. Außerdem habe es wohl einen technischen Defekt an der Pumpanlage gegeben, da Teile durchgebrannt waren, sagte die Kreissprecherin damals. Nach ihren Angaben, die sich auf einen Sachverständigen beziehen, war das Heizöl nicht in den Boden gesickert und das Grundwasser somit nicht gefährdet.

Mehr als 100 Verfahren

Der Vorfall wird nun von einem Sachbearbeiter für Umweltdelikte bei der Kriminalinspektion Ludwigshafen untersucht. Laut Polizeisprecher Mischler gibt es in jeder Kriminalinspektion einen Hauptsachbearbeiter für dieses Gebiet, der je nach Anzahl der Fälle von weiteren Beamten unterstützt wird. „Bei besonderen Anforderungen an die Beweissicherung oder bei besonders umfangreichen Verfahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Dezernat ,Umweltkriminalität’ im Landeskriminalamt Mainz“, sagt Mischler.

Nach seinen Angaben wurden im Zuständigkeitsbereich der Kriminalinspektion Ludwigshafen, zu dem auch Speyer und das Umland gehören, in diesem Jahr bislang mehr als 100 Ermittlungsverfahren zu Umweltkriminalität bearbeitet. „In der überwiegenden Anzahl der Umweltdelikte können Tatverdächtige ermittelt werden“, sagt der Polizeisprecher. Das umfangreichste Ermittlungsverfahren in diesem Jahr war laut Mischler eins, das zu unsachgemäßer Müllentsorgung in Ludwigshafen geführt wurde.

Die Umweltkripo ist laut dem Polizeisprecher zuständig, wenn unerlaubt mit Abfällen und Asbest sowie unsachgemäß mit gefährlichen Stoffen wie Chemikalien umgegangen wird. Außerdem kommt sie unter anderem bei Gewässer- und Bodenverunreinigungen sowie Verstößen gegen das Tier-, Natur und Jagdgesetz und gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz zum Einsatz. Die Ermittlungsverfahren im Umweltstraftatenbereich seien häufig größeren Ausmaßes, da meist aufwendige Ermittlungsverfahren erforderlich seien sowie die örtlichen Behörden hinzugezogen werden müssten, sagt Mischler.

Abschluss nicht absehbar

Zum Verfahren zu dem Vorfall in Berghausen wollte der Polizeisprecher aufgrund der laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben machen. Er sagte aber, dass derzeit noch nicht absehbar sei, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Erst dann werde das Verfahren der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Sollte diese das Verfahren einstellen, wird laut Kreissprecherin Barnewald nach einer Prüfung entschieden, ob die Untere Wasserbehörde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet.

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