Speyer Beliebt wie eh und je

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Wenn’s nicht gerade in Orkanstärke stürmt, wie zweimal in 20 Jahren vorgekommen, dann ist das Wetter beim Waldweihnachtsbasar in Dudenhofen kein Thema. Ob Regen, Schnee, Matsch oder Kälte, ob trüb oder sonnig: Die Ortsgemeinde und das Forstamt Pfälzer Rheinauen als Veranstalter können jedes Jahr um die 10.000 Gäste begrüßen, so auch am gestrigen Sonntag. Wer die 80 mit reichlich Kunsthandwerk bestückten Stände und Zelte in Ruhe genießen wollte, kam am besten gleich am Morgen.

Mitten im Wald loben Besucher und Beschicker das Ambiente, das Drumherum, die „so auf keinem anderen Weihnachtsmarkt erlebbare besondere Atmosphäre“. Und dann ist da noch das überbordende Angebot an Geschnitztem, Gebasteltem, Gestricktem, an Schmuck für den Weihnachtsbaum, die Wohnung, die Hand und den Hals. Außerdem Wärmendes, Kleidsames, Essen, Trinken und Kinderprogramm mit Bescherung. Und Musik von den Jagdhornbläsern, dem Kurpfälzer Alphornbläser-Quartett, der Blaskapelle, den jungen Trompetern und der Drehorgel. Wie bei der Premiere 1997 mit damals 14 Buden sowie einem Wurst- und Glühweinstand – bewirbt Peter Eberhard, damals Förster und Begründer des Markts, heute Bürgermeister, seine Idee immer noch mit dem Motto „Selbstgemachtes aus Naturmaterialien“. Ein Rundgang mit kleiner, willkürlicher Auswahl: Hans Schwesinger aus Billigheim stellt Schnitzereien aus. Alles Handarbeit, manches aus Fassholz gefertigt. „Rentnerbeschäftigung“, sagt er. Auch beim neunten Mal ist der Weihnachtswaldbasar für ihn immer noch „wunderbar, ganz außergewöhnlich“. Zumal die Leute „die Sachen nicht nur anschauen“. Gegenüber gibt’s Filzschlappen aus dem Erzgebirge. Elisabeth Kostov erläutert die Patchworkarbeiten des Missionskreises der Katholischen Frauengemeinschaft: „Wollstoffe, Couch-, Kuscheldecken für kalte Winterabende, Taschen aus alten Jeans, Socken, dies und das.“ Jede Woche treffen sich die Frauen zum Stricken, die Woche drauf zur Handarbeit, ab und zu in der Seniorenresidenz. Den Erlös überweisen sie Missionsstationen. Die meisten der teilnehmenden Vereine und Institutionen spenden ihre Einnahmen an soziale Einrichtungen. Günter Pröfrock aus Iggelheim drechselt im Hobbyraum unter anderem Füller, Pfeffermühlen, Schalen, Kugeln. Nach Dudenhofen kommt er seit 2001. „Es ist stets super hier“, sagt er. Obwohl sich der Verkauf erfahrungsgemäß in Grenzen halte. „Dafür braucht’s Liebhaber.“ Als Pionier auf dem Markt bedauert er den Trend „zu nicht unbedingt weihnachtlichen Dingen“. Beispiele mögen Metzgerei, Blumen, Kosmetika, Allerweltsnippes sein. Die Holzprodukte sind weniger geworden. Die Sielmann-Ranger und die Lebenshilfe machen mit, außerdem Kinderhaus, Friedwald, Martell und evangelische Kirchengemeinde. Schwibbögen, selbst gemachte Pralinen, zwischendurch eine Bratwurst, eine Tasse Glühwein und Misteln fürs Probeküssen. Eine Kundin bei Martina und Michael Pflanz aus Speyer sagt: „Kommen Sie ja wieder. Ich kaufe immer bei Ihnen.“ Ihr Olivenöl stellen die beiden aus eigenem Anbau in Griechenland her, 300 bis 400 Liter pro Jahr. Das schwarze ist milder, mit Butter- und Bananennote, das grüne kräftiger. Dirk und Claudia Carsten aus Wiesloch offerieren Ketten, Ringe, Armbänder, eigene Kreationen. „Wir konnten im letzten Moment noch einen Stand ergattern, möchten die Freizeitbeschäftigung künftig gewerblicher betreiben“, verrät sie. Ihr erster Eindruck: „Etwas völlig anderes. Allein hier zu sein, ist klasse.“ Das in seiner Begrüßung vorweggenommene Fazit von Peter Eberhard: „Das höchste Lob des Pfälzers: Ich hätt’s net viel besser mache kenne.“

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