Speyer
Beim Bauhaus-Projekt gibt es ein Mieter-Problem
Zwei Projekte, die in keinem direkten Zusammenhang stehen, liegen in direkter Nachbarschaft und werden jetzt parallel vorangetrieben. Anstelle eines Teils des Wäldchens zur Spaldinger Straße wird eine Ergänzungswache Nord für die Feuerwehr gebaut, wofür nun Bäume gefallen sind, bevor die Vegetationsperiode beginnt. Das „alte Bauhaus“, das nebenan seit Jahren leersteht, soll abgerissen, durch einen ähnlich großen Neubau ersetzt und unter anderem mit einem Rewe-Markt als Mieter wiedereröffnet werden.
„Nächste Woche geht’s los“, sagt Peter Landmesser, Expansionsleiter bei Bauhaus, über den Abriss. Der Bauzaun rund um das Gelände steht schon. Lange Zeit hatte der Mannheimer Baumarkt-Konzern darüber nachgedacht, in die alte Bausubstanz auch die neuen Nutzungen einziehen zu lassen, die nach langen Diskussionen in einem raumordnerischen Verfahren genehmigt worden waren. Voriges Jahr fiel dann mit Verweis auf energetische und statische Vorgaben doch die Entscheidung für einen Neubau.
Heberger reißt ab und baut neu
Die Schifferstadter Firma Heberger werde erst den Abriss und die getrennte Entsorgung der Baustoffe übernehmen – Landmesser setzt für diese Phase rund vier Wochen an –, und danach möglichst nahtlos den Neubau beginnen. Bei gutem Verlauf könnte dieser kurz vor Jahresende fertig sein. Der städtische Bauausschuss hat dem erforderlichen Bebauungsplan schon zugestimmt, der Stadtrat dürfte nächsten Donnerstag folgen, danach die Baugenehmigung, erwartet Landmesser.
Am liebsten in der Bauphase würde Bauhaus gerne noch mindestens einen Mieter für die neue Handelsimmobilie finden. Sie war bisher davon ausgegangen, dass Rewe (1500 Quadratmeter) und Hammer Heimtextilien (2660 Quadratmeter) sie komplett belegen. Nun vermeldet Landmesser auf Anfrage: „Rewe ist gesetzt, die Hammer-Fläche ist noch vakant.“ Mit dem westfälischen Unternehmen sei eigentlich alles klar gewesen, jetzt sei es wohl doch abgesprungen. Landmesser nennt als Ursache die Corona-Krise: Verbraucher hätten sich gerade in der Heimtextilien-Branche „massiv in Richtung Online-Shopping“ orientiert.
Vorbereitungen für Feuerwache
Konjunkturunabhängig ist auf dem Nachbargelände der Bau der Feuerwache, die seit Jahren nötig ist, weil vom Hauptsitz der Feuerwehr in der Industriestraße aus Speyer-Nord nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit erreicht werden kann. Die Planung für eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen sowie Funktions- und Technikräumen steht.
Vor dem Baubeginn waren Rodungen auf rund 2000 der 6344 Quadratmeter des „Wäldchens“ erforderlich, die am Mittwoch über die Bühne gingen. „Problemlos und wie geplant“, vermeldet die Stadt. Gefallen seien unter anderem Robinien, Pappeln und Birken, zum Teil sehr kleine Bäume. Dazu seien an der Bushaltestelle eine Kastanie und zwei Kirschbäume gekommen.