Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Fouquet stehen die Zeichen auf Wachstum

 Leiten seit 2007 die Firma Fouquet: die Brüder Jochen (links) und Axel Schneider.
Leiten seit 2007 die Firma Fouquet: die Brüder Jochen (links) und Axel Schneider.

Die Firma Fouquet Elektrogroßhandel GmbH feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Trotz Corona floriert der Handel, der aus Neustadt 2007 auf eine Speyerer Niederlassung ausgeweitet wurde. Die Geschäftsführer sind optimistisch. Nur eine Entwicklung treibt ihnen Sorgenfalten auf die Stirn.

Die Brüder Jochen und Axel Schneider führen in dritter Generation die Firma Fouquet Elektrogroßhandel GmbH. 2016 stellten sie das Unternehmen neu auf und traten der Bruder-Gruppe bei, der 27 mittelständische Elektrogroßhandelshäuser aus Süddeutschland und Sachsen angehören. „Die Zunahme an Unternehmenskooperationen in der Branche bewog auch uns dazu. So können wir Kosten senken und Vorteile der Zusammenarbeit wie schnellere Lieferketten oder neue Kundenkontakte nutzen“, sagt Jochen Schneider, der mit seinem Bruder auf das „100-Jährige“ anstoßen kann.

Die Firma Fouquet betreibt neben ihrem Hauptsitz in Neustadt drei Niederlassungen in Kaiserslautern, Speyer und Pirmasens. Mit einem Jahresumsatz von 26 Millionen Euro und 56 Mitarbeitern zählt sie zu den mittelständischen Unternehmen. Sie beliefern Kunden in Baden-Württemberg, der Saarpfalz und in Hessen. „Eigentlich wollten wir unser Jubiläum im August feiern“, sagt Axel Schneider. Aufgrund der aktuell geltenden Corona-Beschränkungen habe man entschieden, die Feierlichkeiten auf das nächste Jahr zu verschieben.

Zuerst Neustadt und Kaiserslautern

Die Firmengeschichte beginnt im Jahr 1920. Damals gründete Johann Fouquet das Elektrohandelsgeschäft mit Sitz in der Hauptstraße in Neustadt. Bereits ein Jahr später wurde in Kaiserslautern eine Filiale eröffnet. Über den Unternehmensgründer ist nicht viel bekannt. Axel Schneider hat anlässlich des Jubiläums im Stadtarchiv erfolglos nachgeforscht. Als Fouquet 1933 bei einer Geschäftsreise tödlich verunglückte, übernahmen Schneiders Großeltern, Albert und Käthe Schneider, das Geschäft. Sie waren bei Fouquet angestellt und nutzten die Gelegenheit. Seither ist die Firma im Besitz der Familie Schneider. Vater Kurt Schneider folgte.

Seit 2007 leiten die Brüder das Unternehmen. Jochen Schneider ist gelernter Elektroinstallateur und Großhandelskaufmann, sein acht Jahre jüngerer Bruder Axel hat eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Beide absolvierten ihre Ausbildung außerhalb des Familienunternehmens, „weil man es halt so macht“. Überlegungen, den Firmennamen zu ändern, gab es nie. „Der Name hatte großen Wiedererkennungswert, den wir nicht verlieren wollten“, sagt Jochen Schneider. Oma Käthe habe sich bei ihren Einkäufen gerne mal etwas in den Kaufhäusern zurücklegen lassen. Wenn sie „Auf den Namen Fouquet-Schneider“ gesagt habe, hätten alle Bescheid gewusst.

Speyer jüngster Erweiterungsstandort

1979 zog das Unternehmen in die Chemnitzer Straße im Neustadter Gewerbegebiet um, wo die Firma heute ansässig ist. Mitte der 90er Jahre zum 75. Jubiläum kam eine Niederlassung in Pirmasens und 2007 eine weitere in Speyer in der Industriestraße 4 hinzu.

Zum Produktportfolio der Firma gehören sowohl Waschmaschinen, Kühlschränke und Geschirrspüler als auch Verbrauchsgüter der Unterhaltungsindustrie. Immer wichtiger werden die Themen Elektromobilität und regenerative Energien. „Wir vertreiben vermehrt Ladesäulen für E-Autos sowie Photovoltaik- und Solaranlagen.“ Gerade die Elektro-Branche unterliege einem stetigen Wandel. Die Unternehmen müssten ständig am Ball bleiben. „Ohne Strom geht nichts mehr. Wie dieser umweltfreundlich erzeugt und sparsam genutzt werden kann, treibt die Branche um“, ergänzt Axel Schneider. Der Trend gehe zu energieeffizienten Produkten. Die neue Energieeffizienzverordnung zwinge Hersteller allerdings auch dazu, an allen Ecken und Enden Strom einzusparen.

Digitale Zertifikate geplant

Auch die Digitalisierung spielt für die Branche eine große Rolle. Viel laufe inzwischen über den Online-Handel. Zudem solle für Verbraucher alles transparenter gestaltet werden. So sollen Produkte schon bald mit digitalen Zertifikaten versehen werden, denen Informationen zu Hersteller und Produktionsort entnommen werden können.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 habe die Firma gut überstanden. Auch die Corona-Krise beeinträchtige das Geschäft nicht. Ganz im Gegenteil. Die aktuelle Lage sei gut. Die Elektro-Branche habe eine gute Prognose. „Wir sind optimistisch. Gerade in der Baubranche sind in den vergangenen Jahren so viele Aufträge eingegangen, die jetzt und in der kommenden Zeit erst bearbeitet werden können“, so Axel Schneider. Das überbrücke eine mögliche Krise. „Mittelfristig bereitet uns der Fachkräftemangel Sorgen“, sagt Jochen Schneider. Wenn es zu wenig Fachpersonal gebe, kämen Aufträge ins Stocken, was einen Nachfragerückgang mit sich bringen könnte. Nichtsdestotrotz wollen die Brüder mit der Firma weiter wachsen. „Wir wollen unser Vertriebsgebiet ausweiten und vielleicht noch weitere Standorte erschließen.“

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