Vorderpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Bangen um Betreuungsplätze in den Ferien

In der Walderholung geht’s rund: Die städtische Ferienbetreuung für Grundschüler in Speyer ist über Jahrzehnte zum Klassiker gew
In der Walderholung geht’s rund: Die städtische Ferienbetreuung für Grundschüler in Speyer ist über Jahrzehnte zum Klassiker geworden.

Sechs Wochen Urlaub, um in den Sommerferien die eigenen Kinder zu betreuen, hat so gut wie kein Arbeitnehmer. Deshalb sind die Ferienprogramme der Kommunen für viele Familien unerlässlich. Ein Vorderpfalz-Überblick zeigt: Die Bedarfe ändern sich, aber gleich bleibt, dass die Nachfrage oft das Angebot übertrifft.

„Die Jugendförderung ist bemüht, das Angebot stetig zu erweitern“, teilt die Stadtverwaltung Speyer auf Anfrage mit. Ihr Klassiker ist die Walderholung für Grundschulkinder mit eigenem Gelände am Rand der Domstadt. In der vergangenen Woche war Anmeldestart für die diesjährige Betreuung, und am Dienstag waren die je 150 Plätze in den ersten drei Ferienwochen schon überbucht: Mal 59, mal 46 und im dritten Fall fünf Kinder standen bereits auf der Warteliste. Chancen auf einen Platz: begrenzt.

Angebote des Kinder- und Jugendbüros gibt es auch in den anderen Ferien. In der Walderholung ist jeweils das Programm vielseitig, bei den Angeboten für die Größeren ab der fünften Klasse sind es schon die Namen. Sie reichen von der „Nachtschicht-Zockernacht“ über die „Pfingstferien am Skatepark“ bis hin zum „Hitzefrei“-Programm im Sommer. Hinter diesem verbergen sich sowohl Angebote, die frei zugänglich sind, als auch solche mit Anmeldung. Deren pro Woche rund 300 Plätze waren laut Stadt 2023 „weitestgehend ausgebucht“.

Dezentrale Neuerungen

Große Nachfrage kennzeichnet die Angebote auch andernorts. In Ludwigshafen soll die zentrale Stadtranderholung an der Blies „Ferienabenteuercharakter“ bieten und ist laut Stadt gut gebucht. Von den Plätzen für mehr als 600 Kinder, die 60 Betreuer ermöglichen, waren wenige Tage vor dem Anmeldeschluss in dieser Woche nur noch 70 frei, so die Stadt. Dazugekommen sind über die Jahre auch dezentrale Angebote in den Kinder- und Jugendhäusern der Stadt. Deren Bedeutung steige: „Kleinere Gruppen und die kurzen Wege haben diese Art der Ferienbetreuung in den vergangenen Jahren zunehmend attraktiv gemacht“, so Verwaltungssprecherin Simone Müller.

Die Stadt verweist auf eine vielseitiger werdende Nachfrage der Familien. Dieser werde zum einen mit vermehrten Aktivitäten für ältere Kinder und Jugendliche begegnet, zum anderem mit besonderen Angeboten. Dazu gehörten 2024 das Sommerferienprogramm im Wilhelm-Hack-Museum mit 23 Plätzen, aber auch die Feriensprachkurse der Volkshochschule. 180 bis 250 Kinder mit sprachlichem Förderbedarf aus fast 30 Schulen könnten jeweils zwei Wochen lang mit finanzieller Unterstützung des Bildungsministeriums „aufholen“.

Willkommen zur „Sommer-Sause“

21 Freizeiten mit 622 Plätzen stehen für die Sommerferien 2024 auf dem Programm der Stadt Frankenthal. Die größte ist die „Sommer-Sause“ mit wöchentlich 48 Plätzen in Mörsch. Die Angebote sind laut Lisa Randisi, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, „zum größeren Teil ausgebucht“. Es gebe Wartelisten. Bei der Betreuung in den Oster- und Pfingstferien seien keine Plätze frei geblieben und nicht alle Kinder zum Zug gekommen. Für den Sommer könnten ergänzende Angebote Abhilfe schaffen: Laut Randisi sind derzeit „drei Freizeiten mit bis zu 72 Plätzen noch in der kurzfristigen Planung“.

Beliebt: das Ferienprogramm des Kinder- und Jugendbüros in Frankenthal. Für einige Freizeiten gibt es noch Plätze.
Beliebt: das Ferienprogramm des Kinder- und Jugendbüros in Frankenthal. Für einige Freizeiten gibt es noch Plätze.

Wer auf einer Warteliste stehe, dürfe durchaus noch Hoffnung haben, heißt es im Rathaus: „Es gibt auch Fluktuation, weshalb ständig Kinder um- und abgemeldet werden.“ Aktuell seien zudem noch Plätze frei für eine Reiterfreizeit, für die Erlebnissport-Freizeit „Xund ins Leben“ sowie Reisen ins Mossautal und eine Begegnung mit Jugendlichen aus der französischen Partnerstadt Colombes in Frankenthal und Berlin. Die von pädagogischem Personal zusammengestellten Angebote seien weit davon entfernt, die Kinder nur zu verwahren, wie Randisi betont: Inhaltlich gehe es auch um „soziales Lernen, Sport und Bewegung, gesunde Ernährung, künstlerische Bildung und allgemeine Lebenskompetenzen“.

Gut 50 Programme im Kreis

Die große Nachfrage bringt es in vielen Fällen mit sich, dass Kinder aus dem Umland, die in Speyer, Ludwigshafen oder Frankenthal zur Schule gehen, bei den Betreuungsangeboten der Städte nicht zum Zug kommen können. Für sie gibt es jedoch zahlreiche Angebote in den Kommunen des Rhein-Pfalz-Kreises. Die Verwaltungen vor Ort koordinieren sie, der Kreis gewährt rückwirkend Zuschüsse, wie dessen Sprecherin Anita Lozina auf Anfrage betont. 2023 sei dieses Geld für mehr als 2700 Kinder in gut 50 Programmen geflossen. Die hohe Nachfrage 2024 passt ins Bild: „Die Angebote sind in allen Gemeinden und Verbandsgemeinden ausgebucht, und es gibt bereits Wartelisten.“ Vereinzelte Plätze gebe es nur noch nach der dritten Ferienwoche.

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