Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel B39-Umleitung: Was Dudenhofen erspart blieb

Gibt es seit fast einem halben Jahrhundert: der Damm mit der B39 in Dudenhofen.
Gibt es seit fast einem halben Jahrhundert: der Damm mit der B39 in Dudenhofen.

Was die Dudenhofener nun ein paar Monate lang ertragen müssen, könnte der Dauerzustand sein, wenn die Politik vor einem halben Jahrhundert die Weichen anders gestellt hätte.

Seit Montag ist die B39 bei Dudenhofen halbseitig gesperrt. Der Grund: Die mehr als 40 Jahre alten Lärmschutzwände auf dem Damm, über den die Bundesstraße verläuft, werden erneuert. Seit ein paar Tagen rollt deshalb deutlich mehr Verkehr durch das Spargeldorf als normalerweise. Bis zum Bau des Damms vor fast 50 Jahren quälten sich – heute kaum mehr vorstellbar – alle Autos und Lkw aus oder in Richtung Neustadt durch schmale Dorfstraßen.

Das war schon in Zeiten, in denen es deutlich weniger motorisierten Verkehr gab, ein Problem. Eine Umleitung war sogar schon vor dem Zweiten Weltkrieg angedacht. Gedankenspiele gab es dann in der Nachkriegszeit verschiedene: Eine Südumgehung war genauso in der Verlosung wie eine Nordumgehung. Zeitweise sollte der Verkehr auch mal über die Landauer Straße auf die ehemalige Trasse des Pfefferminzbähnels, die heutige Carl-Zimmermann-Straße, geleitet werden. Statt über einen Damm wäre die B39 auch fast ebenerdig und durch eine Ampelanlage unterbrochen durch Dudenhofen geführt worden.

Die Damm-Lösung wurde damals durchaus auch kritisch gesehen, weil der Erdwall mit der Straße obendrauf das Dorf zerschneidet. Sogar von der „Berliner Mauer“ in Dudenhofen war die Rede. Und es stimmt ja auch: Nur an zwei Stellen gibt es eine Passage von Nord nach Süd und umgekehrt. Eine Augenweide sind solche Hochstraßen ebenfalls nicht, auch wenn die Dudenhofener Variante als Erdwall nicht ganz so monströs wirkt wie beispielsweise die Betonpfeiler in Ludwigshafen. Trotzdem muss in der Rückschau zugegeben werden: So ganz daneben lagen die Verantwortlichen damals mit ihrer Entscheidung nicht, wenn man sich die Alternativen vor Augen hält. Die aktuelle Umleitung durch Dudenhofen gibt einen kleinen Einblick, wie es auch hätte sein können.

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