Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel B39: Lärmschutzwände wurden zu Vogelnestern

Bauarbeiter setzen Betonsockel zwischen die Stahlträger, auf die dann später die neuen Lärmschutzelemente kommen.
Bauarbeiter setzen Betonsockel zwischen die Stahlträger, auf die dann später die neuen Lärmschutzelemente kommen.

Seit Anfang Januar werden die Lärmschutzwände entlang der B39 in Dudenhofen erneuert. Ein Ortstermin auf der Baustelle beschert interessante Ein- und ungewöhnliche Ausblicke.

Mitten auf dem Damm zu stehen, auf dem die B39 durch Dudenhofen verläuft, ist ein eigenartiges Gefühl. Schließlich ist dieser Bereich normalerweise ausschließlich dem motorisierten Verkehr vorbehalten. Und den Blick über das Spargeldorf schweifen zu lassen, war bis vor ein paar Wochen auch nicht möglich, denn normalerweise versperren hier Lärmschutzwände den Blick. Genau diese werden allerdings aktuell erneuert.

„Die alten Wände wurden 1982 gebaut, um die umliegende Bebauung vor Verkehrslärm zu schützen“, erklärt Boris Egem, zuständiger Fachgruppenleiter beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) bei einem Ortstermin. Die südliche Wand sei 900 Meter, die nördliche 700 Meter lang. Die grünen Kunststoffelemente auf der Südseite sind bereits entfernt. Sie waren mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogen – durch Witterung, Steinschlag oder weil Vögel ihr Innenleben aus Stahlwolle als Nestbaumaterial benutzt haben. Statt aus Kunststoff werden die neuen Elemente aus Aluminium sein, und statt grün wird die Wand blau sein, berichtet der Fachmann. Für die Anwohner könnte es ruhiger werden. „Die Elemente sind hochabsorbierend. Das wird eine Verbesserung“, sagt er.

In Schutzkleidung gearbeitet

Was bleibt, sind die Stahlpfosten, zwischen denen die Lärmschutzelemente eingesetzt werden. Sie haben auf der Seite, an der gerade gearbeitet wird, bereits einen neuen Korrosionsschutz-Anstrich erhalten und sollen so die nächsten Jahrzehnte überstehen. Das Entfernen der alten Beschichtung sei wegen der damals verwendeten Inhaltsstoffe etwas aufwendiger gewesen und habe mit spezieller Schutzkleidung erfolgen müssen, berichtet Egem. „Heute ist man da viel weiter“, sagt er. Nicht nur dass das Material umweltverträglicher ist, es lässt sich im Gegensatz zu früher auch bei fast jeder Witterung auftragen. Umweltauflagen wie die aufwendige Entsorgung von altem Material seien generell ein großes Thema bei Baumaßnahmen des LBM. „Dieser Anteil unserer Arbeit ist immer größer geworden“, sagt der Projektverantwortliche.

Bei einem Projekt wie der Erneuerung der Lärmschutzwände an der B39 werde auch stets geschaut, was sonst noch an dem betroffenen Streckenabschnitt zu tun ist. Im aktuellen Fall ist zwar die Fahrbahn noch in gutem Zustand, aber es müssen beispielsweise die Schutzplanken erneuert werden. Im Bereich der beiden Brücken, über die die Bundesstraße in Dudenhofen führt, sind dabei auch Arbeiten an den Brückenkappen nötig. Wo die Pflasterung zwischen Lärmschutzwand und Fahrbahn für die Erneuerung entfernt wurde, ist außerdem an einigen Stellen der Asphalt abgesackt.

Arbeiten wohl bis Mai

Beim Ortstermin sind Bauarbeiter gerade dabei, Betonsockel zwischen die Stahlpfosten an der Südseite der B39 einzusetzen. Auf die Betonteile kommen später die neuen Lärmschutzelemente, die bis zu vier Meter lang sind. Die Arbeiten gehören noch zum ersten Bauabschnitt. Aktuell seien jeden Tag zirka fünf bis zehn Arbeiter vor Ort, sagt Egem. Das könne sich aber von Gewerk zu Gewerk ändern.

Wenn die südliche Wand komplett steht, was laut Egem um Ostern der Fall sein soll, wird die Nordwand erneuert. Der Fachmann geht momentan davon aus, dass die Arbeiten bis zirka Mitte bis Ende Mai dauern. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Weil im Zuge der Bauarbeiten ein paar unvorhergesehene Abweichungen zu den Unterlagen festgestellt wurden, könnte es etwas teurer werden. Allerdings werden sich die Mehrkosten wohl in Grenzen halten, ist Egem optimistisch.

Verkehrsführung bleibt

An der Verkehrsführung soll sich während der gesamten Bauarbeiten nichts ändern. Heißt: Der aus Richtung Speyer kommende Verkehr kann einspurig über den Damm fahren, die aus Richtung Neustadt kommenden Fahrzeuge werden durch Dudenhofen geleitet. Die Baustelle habe der LBM wie üblich frühzeitig angekündigt, damit sich die Pendler darauf einstellen können, sagt Egem. Die Umleitung durch Dudenhofen funktioniere weitgehend störungsfrei. An einer Stelle sei die Verkehrsregelung auf Wunsch der Gemeinde noch einmal geändert worden. „Wir stehen in gutem Austausch“, berichtet der Projektleiter. Aktuell habe es Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, dass die Tempo-30-Regelung missachtet werde. „Dem gehen wir nun zusammen mit der Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises nach“, kündigt Egem an.

Just am Vorabend des Ortstermins hat es außerdem einen Unfall gegeben, der zumindest indirekt mit der Baustelle zu tun hat: Ein Lkw erfasste beim Auffahren auf die Neustadter Straße einen Fahrradfahrer, der dabei verletzt wurde. Der LBM reagierte direkt, indem er die Vorfahrt-gewähren-Schilder durch Stoppschilder austauschte.

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