Speyer Bürgerpark: Beirat bleibt am Thema dran

Durchaus. Dudenhofen ist ein Ort, der sehr kompakt ist, in dem vieles gut erreichbar ist – vom Friseur über Supermärkte bis hin zu einer guten ärztlichen Versorgung. Man muss eigentlich nicht aus dem Ort raus. Die Nähe zum Wald, zur Natur haben wir hier ebenfalls. Auch das kulturelle Angebot ist gut, in Dudenhofen selbst und durch die Nähe zu Speyer. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass die Busse nicht so häufig fahren. Was ist eigentlich der Mehrwert eines Seniorenbeirats? Die älteren Leute können sich doch auch direkt an den Ortsgemeinderat wenden. Der Mehrwert entsteht durch die Diskussion, die sich bei uns entwickelt. Unsere Mitglieder wohnen in ganz unterschiedlichen Stellen im Ort; schon dadurch werden ganz verschiedene Sichtweisen eingebracht. Die Beiratsmitglieder gehen durch ihre Funktion auch mit offenen Augen durch den Ort; sie schauen, wo es Probleme gibt. Dadurch bekommen wir die notwendigen Impulse, um als Seniorenbeirat aktiv zu werden. Mit dieser Argumentation könnte es auch Jugend- oder Junge-Familien-Beiräte geben. Es gibt ja die Diskussion um ein Jugend-Parlament. Wir würden das sehr unterstützen. Keine Altersgruppe lebt für sich allein. Wir haben uns ja für das Absenken von Bordsteinen an wichtigen Kreuzungen eingesetzt, haben dazu auch eine Ortsbegehung gemacht. Unsere Vorschläge sind zum Teil schon umgesetzt. Davon profitieren auch junge Familien, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Wie offen sind eigentlich die Ohren von Verwaltung und Gemeinderat für die Anliegen des Seniorenbeirats? Die Ohren sind offen, die Taschen sind zu (lacht). Unser Bindeglied zum Rat ist Ortsbürgermeister Peter Eberhard. Er ist bei unseren Sitzungen dabei und hat wirklich offene Ohren. Er nimmt unsere Anregungen auf und trägt sie weiter. Wir wissen natürlich auch, dass die Kassen leer sind. Aber man muss Dudenhofen loben, dass es hier überhaupt einen Seniorenbeirat gibt. Das gibt es in keinem anderen Ort der Verbandsgemeinde, was ich schade finde. Im Amtsblatt hat der Beirat neulich auf Beratungsstellen für den Schutz vor Einbrüchen hingewiesen. Beschäftigt das Thema die älteren Menschen besonders? Das bewegt Senioren etwas mehr als andere, weil mit zunehmendem Alter eine gewisse Ängstlichkeit entsteht – besonders wenn man allein im Haus lebt. Was sind sonst die Themen? Was schwierig ist für die jetzige Generation der Senioren, ist das Thema PC und Internet. Deswegen haben wir schon länger in Zusammenarbeit mit der Realschule plus kostenpflichtige PC-Kurse angeboten. Wir wollen in diesem Jahr aber auch ein regelmäßiges Internetcafé einrichten. Die Gemeinde unterstützt uns mit gebrauchten PCs. Und wir werden eine 500-Euro-Spende dafür einsetzen, die wir noch von der alten Stadtsparkasse Speyer bekommen haben. Gibt es weitere Projekte? Wir würden gerne die Taschengeldbörse der Realschule plus nutzen, bei der junge Leute für ein Taschengeld ihre Hilfe anbieten. Dazu müssen wir aber noch Gespräche führen. Uns schwebt auch eine Nachbarschaftshilfe vor. Das ist aber nicht so einfach, auch aus rechtlicher Sicht. Wir möchten darüber mal mit den karitativen Verbänden im Ort reden. Der Seniorenbeirat spricht sich auch seit langem für einen Bürgerpark hinter der Wingertsmühle aus. Warum ist der Ihnen so wichtig? Wir haben zwar den Wald in der Nähe, aber für Menschen, die auf eine Gehhilfe angewiesen sind, ist er doch weit weg. Außerdem sind die Wege dort nicht befestigt. Viele ältere Menschen haben Probleme mit der Blase, und dort gibt es keine Toilette. Deshalb lautet unsere Forderung auch, dass es in einem Bürgerpark eine öffentliche Toilette geben muss. Der Seniorenbeirat wird übrigens im Februar einen Antrag an den Ortsgemeinderat beschließen, in dem dieser gebeten wird, uns über den Sachstand und möglichen Zeitplan zu einem Bürgerpark zu informieren. Der Rat soll auch sagen, wie der Beirat in das Projekt eingebunden wird. Wo sehen Sie sonst Nachholbedarf? Dudenhofen ist ja ziemlich in die Breite gegangen, manche Wohngebiete sind recht weit weg vom Ortskern. Wer nicht gut zu Fuß ist, kommt da nicht so einfach hin. Es gibt Gemeinden, die lassen einmal die Woche ein Fahrzeug von den Wohngebieten ins Zentrum fahren. Wir wollen schauen, ob es eine solche Möglichkeit auch in Dudenhofen gibt.