Speyer / Speyerer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgerinenergiegenossenschaft Speyer-Vorderpfalz kann loslegen

Das Balkonkraftwerk: kleine Hürde für den Einstieg in die Gewinnung von Solarenergie.
Das Balkonkraftwerk: kleine Hürde für den Einstieg in die Gewinnung von Solarenergie.

Die am 24. März gegründete Bürgerinenergie-Genossenschaft Speyer-Vorderpfalz (Bine) hat alle verwaltungsrechtlichen Hürden überwunden. Seit rund einer Woche ist sie voll handlungsfähig. Ein erstes Projekt, eine Dachflächensolaranlage, ist bereits in Arbeit.

Nach acht Monaten Vorbereitungszeit freut es Nicolas Schweigert, dass es nun endlich mit der eigentlichen Projektarbeit der Genossenschaft, der Förderung der erneuerbaren Energien in Speyer und entlang der Rheinschiene, losgehen kann. Neben Sonnenenergie will die Genossenschaft auch auf die Windkraft bauen. Wichtig ist das Gesamtziel, einen Beitrag zur Abkehr von fossiler und atomarer Energieerzeugung unter Berücksichtigung von Naturschutz und Biodiversität zu leisten. Durch den Verkauf von Energie sollen auch die Mitglieder davon profitieren, die keine eigenen Anlagen betreiben oder errichten wollen.

Eigene Homepage

Untätig war das Führungsteam der Genossenschaft seit März nicht. Eine eigene Homepage unter https://buergerinenergie.de ist im Netz, eine Reihe von Informationsveranstaltungen wurden ab September fest terminiert. Das erste Projekt wurde bereits konkret beschlossen und vorangetrieben. Da die Genossenschaft jetzt geschäftsfähig ist, können weitere Mitglieder aufgenommen werden.

Laut dem Vorstandsmitglied Nicolas Schweigert, der als Klimaschutzmanager und Nachhaltigkeitsbeauftragter arbeitet, zählt die Bürgerinenergie-Genossenschaft mittlerweile schon mehr als 80 Mitglieder. 45 Personen unterzeichneten bei der Gründungsversammlung im März in Berghausen einen Mitgliedsantrag. Bisher seien sieben Veranstaltungen angeboten worden, an denen rund 500 Menschen teilgenommen hätten. Schweigert: „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Jeder kann aktiv werden“. Anmeldeformulare gibt es auf der Homepage der Genossenschaft.

„Ein großes Anliegen der Bine ist es, die Bürger an der Gestaltung der Energiewende teilhaben zu lassen“, führt Schweigert weiter aus. Eine Mitgliedschaft ist ab einem Mindestbeitrag von 100 Euro möglich. Auch ein Verschenken von Mitgliedschaftsanteilen soll künftig für alle möglich sein. Derzeit ist das noch auf Mitglieder beschränkt. Für diejenigen, die einen größeren Betrag in die Genossenschaft investieren wollten, ist laut Schweigert das BAFA-Invest-Programm (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ) interessant, da es dafür Förderungen gibt. Jede natürliche und juristische Person kann Anteile an der Bine erwerben. Aktive Mitarbeit ist ebenfalls gerne gesehen.

Start in Römerberg

Das erste Projekt entsteht auf einem Privathaus in Römerberg. Kosten: rund 35.000 Euro. Die Anlage wird von der Bürgerenergie erstellt und an den Eigentümer des Gebäudes vermietet. Die Energiegenossenschaft hat ein eigenes Kompetenzteam Dach, das ein eigenes Mietmodell entworfen hat. Das Modell unterscheidet sich laut Schweigert deutlich von anderen bundesweit auf dem Markt befindlichen Modellen. Es stellt den tatsächlichen Eigenstrombedarf bei der Gestaltung der PV-Anlage in den Mittelpunkt der Planung. Die Mietdauer betrage 20 Jahre, ein Kauf der Anlage nach zehn Jahren sei möglich. Jedem, der sich ein solches Angebot eingeholt hat rät Schweigert dazu, sich ein Alternativangebot erstellen zu lassen. Gerne würde auch die Bine beraten. „Wer eine Anlage selbst finanzieren kann, sollte kein Mietmodell wählen“, rät Schweigert. Die Genossenschaft biete das Mietmodell nur Mitgliedern an.

Auch sogenannte Balkonanlagen verkauft die Genossenschaft. 600 Watt Anlagen, die den Strom direkt über einen normalen Stecker in das Hausstromnetz einspeisen. Sie sollen schon nach relativ kurzer Zeit profitabel sein, Schweigert spricht von ab drei Jahren. Laut Schweigert wurden bereits 18 dieser Stecker-PV-Anlagen verkauft. Damit ermögliche die Bine auch den einfachen Einstieg in die Energiewende.

Termine

Folgende Informationsveranstaltungen sind terminiert:
1. September, 19 Uhr, in der Aula der Woogbachschule in Speyer mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Speyer
12. September, 19 Uhr, in der Kulturscheune Hanhofen
28. September, 19 Uhr, im Tabakschuppen Harthausen
4. Oktober, 19 Uhr, im Bürgerhaus Dudenhofen

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