Speyer AV 03 sieht seine Arbeit beeinträchtigt
„Der Schaden, den die ganze Angelegenheit angerichtet hat, wird noch immense Auswirkungen auf das ehrenamtliche und gesellschaftliche Leben haben“, erwartet Schanninger aufgrund bisheriger Rückmeldungen. Ehrenamtliche Mitarbeiter zögen sich zurück, „da sie ihr Engagement, ihre gesellschaftspolitische Einstellung, nicht mit der ,Würdigung’ der städtischen Gesellschaft vereinbaren können“, deutet er an. Der Verein und auch er selbst müssten mit „Hass-Tiraden“ in sozialen Netzwerken leben. Er verstehe nicht, warum der Rechtsstreit nötig gewesen sei: „Eigentlich haben wir nur so gehandelt, wie es uns das Bauamt empfohlen hat.“
Wie berichtet, hatte der Verein die neue Trainingshalle kürzer, tiefer, in Stahlskelett- statt Massivbauweise sowie mit zwei Appartements statt der beantragten Lagerflächen gebaut. Letztlich war von der Stadt alles genehmigt worden, zum Zeitpunkt der Ausführung aber abweichend von der Genehmigung – daher das Bußgeld.
Mehr Unterstützung erwünscht
Eine weitere Stellungnahme gibt Hans-Jürgen Hinderberger ab, Schanningers Vorgänger als Vorsitzender und Ehrenmitglied des AV 03. Er kritisiert, dass laut Beweisaufnahme Bürgermeisterin und Sportdezernentin Monika Kabs (CDU) als „Flüstertüte“ gegenüber der Bauaufsicht fungiert habe. „Weder die für den Sport zuständige Dezernentin noch die für das Ordnungsamt zuständige Dezernentin haben auf eine Einladung von mir als ehemaliger Vorstand und Ehrenmitglied im Vorfeld der juristischen Auseinandersetzung reagiert“, bedauert Hinderberger. Er wünsche sich mehr städtische Unterstützung für die Arbeit des Vereins im Jugendbereich sowie im Spitzensport mit sechs Olympiateilnehmern im Gewichtheben, so Hinderberger.