Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Ausstellung „Herausragend“ in der Galerie Kulturaum

Irmgard Böhmer-Saal: eine Arbeit.
Irmgard Böhmer-Saal: eine Arbeit.

Angie Horlemann, Irmgard Böhmer-Saal und „Saxa“ (Sascha Lehmann) stellen Galerie Kulturraum unter dem Titel „Herausragend“ aus.

Irmgard Böhmer-Saals Arbeiten sind von ihrem Aufenthalt in der Staatlichen Majolika Keramik Manufaktur in Karlsruhe geprägt. Ihre Porzellanobjekte vor allem die für sie typischen Doppelgesichter erinnern an Picasso, aus Ton geformt ragen Köpfe wie Göttinnen heraus., Krönungs- und Paradiesäpfel Dennoch besteht die Künstlerin auf der Bezeichnung Maler-Plastiken. Eine Malerin will sie sein und ist sie. Hand geformte Wandobjekte wie „Femina“ oder „Ariadne“ lenken den Blick des Betrachters auf eindeutig Weibliches. Böhmer-Saals gefangene Napoleone auf Stäben erzählen vom Humor der Künstlerin wie auch ihre originellen drei Grazien.

Ganz neu sind zwei Akte, die Böhmer-Saal zu Saxas Wortmalereien über Audrey Hepburn, James Dean, Frida Kahlo oder Jimi Hendrix platziert hat. Böhmer-Saal verleiht Reliefs lebendigen Ausdruck. Aus ihrem Malen und Formen entstehen kreative einzigartige Arbeiten, Vasen, Spiegelbilder, Weinhalter, Schönheiten an der Wand. Böhmer-Saal hat 1995 als erste in der Galerie Kulturraum ausgestellt. Seit 1986 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, die auf Keramik malt, sich herausragend mit Heldinnen, ihrer Anmut und Würde auseinandersetzt.

Blick hinter die Fassade

Saxas handgefertigte Siebdrucke auf Papier erzählen von der Faszination des Künstlers für das Wort. Literarisch oder handgeschrieben entstehen Wortmalereien, mit denen seine Portraits herausragen. Gedanken, Gedichte, Biografien, Interviews und Zitate fügt er von Hand mit Tusche in das Bild, beschreibt es und das Leben des Portraitierten. Saxa gibt jeder Arbeit mehr als die Ansicht. Er blickt hinter die rein visuelle Fassade, lässt den Betrachter an der Entwicklung teilhaben, teilt ihm mit, was er über die Person im Bild wissen und darüber hinaus denken darf.

Angie Horlemann sucht auf sensiblen Oberflächen nach Spuren von Zeit und Raum, Natur und Mensch. In Mischtechnik auf Leinwand lässt sie Gefühle zu, die von realistischen Darstellungen abweichen, aber der Phantasie freien Lauf lassen. Horlemanns Mittel sind selbst gefertigte Farben und Texturen. Ausschnittweise gibt sie dem Betrachter Einblick in ihre Innenwelt, in Erlebtes und Phantastisches. Horlemanns informelle Kunst gibt Freiheit für Interpretation. Aus der Farbfläche heraus entwickelt sie ausdrucksstarke Kompositionen in Rot-, Grün- oder Gelbtönen. „Geza, Diffusion oder Rosada hat sie Bilder betitelt, die sie in Spanien, einem Sehnsuchtsort, in dem sie lange gelebt hat, gefunden hat.

Hinterlassenschaften der Zeit

Malgrund wird zur Landschaft. In jeder Arbeit ist die Naturverbundenheit der Künstlerin spürbar. Strukturen entwickeln sich auf der Oberfläche, Schichten werden freigelegt, Vergangenes wird offenbar. Vital setzt sich Horlemann mit Vergänglichkeit auseinander. Kratzer und Schraffuren auf den Oberflächen ihrer Bilder sind für Horlemann natürliche Alterungsprozesse, auf die sie sich einlässt. Ihre kalligraphischen Zeichen erklärt sie zu Hinterlassenschaften der Zeit. Der herausragende „rote Faden“ begleitet den Betrachter durch alle Arbeiten, durch Erinnerungen und Gefühle der Künstlerin.

Ausstellung

Zu sehen bis 22. Dezember in der Galerie Kulturraum, Maximilianstraße 99, Speyer. Geöffnet Montag bis Freitag von 14 bis 18, Samstag von 11 bis 17, Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Saxa: Wortmalerei über Audrey Hepburn
Saxa: Wortmalerei über Audrey Hepburn
 Angie Horlemann: eine Arbeit der Künstlerin, in der Galerie Kulturraum zu sehen.
Angie Horlemann: eine Arbeit der Künstlerin, in der Galerie Kulturraum zu sehen.
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