Speyer Ausflug in die Vergangenheit

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„Allzu lange“ wollte Peter Eberhard (CDU) am Sonntagabend nicht durch Dudenhofen laufen. Schon die wenigen Stationen seiner „Historischen Dorfbegehung“ auf Einladung des CDU-Ortsverbands bargen Vergangenheit und Veränderungen zuhauf. Orte, Daten und Namen verknüpfte der Bürgermeister mit Anekdoten und sehr persönlichen Erlebnissen.

Seine Vorbemerkung, zitiert aus der Broschüre „Spurensuche“ des Vereins für Heimatgeschichte und -kultur: Urkundliche Ersterwähnung von Dudenhofen 1156 in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa zum Zisterzienserkloster Maulbronn („terram in Tutinhouven“) und eine durch Funde – Steinbeil, Gewandnadel aus der Bronzezeit, Grab eines keltischen Kriegers, Gefäße, Gebrauchsgegenstände, merowingische Grabstätten – belegte 5000 Jahre alte Kulturgeschichte. Eberhard, sich am Treffpunkt Rathaus umschauend: „Im Umkreis von 250 Metern gab es hier mal mindestens 15 Wirtschaften.“ Mittendrin, auf dem Platz des heutigen Verwaltungsgebäudes, stand ab 1900 das Mädchenschulhaus, im Krieg auch als Lazarett genutzt. Die Ortsmitte belebten das Schulhaus Grüner, jetzt das Bürgerhaus, die Milchsammelstelle und zwei Spargelannahmestellen: „Am nächsten Tag gab’s das Geld bar auf die Hand.“ Gegenüber vom Bürgerhaus war die Feuerwehrwache. Die erste Wasserspritze wurde 1833 angeschafft. Daneben (heute die Apotheke) hatte „de Hornessel“ sein Geschäft, „mit allem für den täglichen Bedarf.“ Dann „de Schmitt-Lui“, der eigentlich Lehr hieß, „um den sich viele Geschichten rankten“. Eine aus Eberhards persönlichem Erleben: „Wenn ich das Gemüse nicht essen wollte, drohte meine Mutter: Gleich kummt de Schmitt-Lui.“ Am Ende der Gasse fand sich „Schreibwaren Garrecht“. Vorbei am ehemaligen Schwesternhaus zur Woogbach-Brücke. Eberhards Reminiszenzen beim Halt: Morschmühle, in den Woogbach umgeleitetes „Krebsbächel“, die Sattlerei (Blumengeschäft), auf der anderen Seite Kohlenhandlung, weiter Richtung Iggelheimer Straße Metzgerei und Wirtschaft „die Ida“, über der Goethestraße bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Tabakschuppen (später Bäckerei), dahinter Ortsende, nichts mehr, auch keine bebaute Goethestraße. Auf der anderen Seite der 1890 angelegte Friedhof, sieben Bohrtürme, die bis Mitte der 60er Jahre in 800 bis 2000 Meter Tiefe 20 Millionen Liter Erdöl förderten. Zur Kirche: 1877 erbaut, den Glockenturm von 1770 übernommen – zuvor an einem anderen Standort, 1292 erstmals erwähnt – drei aus der Kirchengemeinde St. Gangolf hervorgegangene Bischöfe, gegenüber das 1830 gemauerte Bubenschulhaus – Knaben und Mädchen wurden ab 1855 getrennt unterrichtet – 1962 der Schulneubau am Waldrand, neben Hoffmanns das alte Rathaus von 1864, „s Menze“, der Woll-, Strickladen, das aus dem 17. Jahrhundert stammende älteste Haus von Dudenhofen, zufällig des Bürgermeisters Elternhaus. Fünf Wirtschaften markierten die Kreuzung Landauer Straße („Lammgass“), Speyerer Straße. Unter anderem der „Ochsen“ (1715) und die „Blume“ (1744 bis 1960). Geblieben sind das „Lamm“ (1714) – nebenan war die Post – und der „Adler“. Eberhard: „Lange eine Kultkneipe, deren Geschichte(n) ein Buch füllen würde.“ Parkplatz Wasgaumarkt (zuvor eine Wiese, dahinter ein Erb-, Dreiseithof): Einblick in die Kilianstraße, benannt nach Kilian Vonderschmidt, der 1870 die Kilianerrebe ins Spargeldorf brachte (in der Hochzeit waren es 70.000 Stöcke), Pfefferminzbähnel mit Halt am eilig zusammengezimmerten „Bohevel“ ab 1919, Kindergarten („mit vier bekam ich da den Hintern versohlt“), in der anderen Richtung die legendären „sechs Arschbacken“ (drei Schwestern, die eine Wirtschaft, die „Krone“, betrieben), Firma Walter, 2001 nach Erbstreitigkeiten geschlossen, über der Straße ein Lebensmittelladen: „Für ein Gutsel, das mich anlachte, hab ich der Mutter mal einen Pfennig aus dem Geldbeutel genommen, den Diebstahl aber gleich gebeichtet“, erzählte Eberhard. Letzte Station vor der Einkehr in Zürker’s Hofschenke mit Gelegenheit zum Gespräch mit CDU-Landtagskandidat Reinhard Oelbermann war der Hof vom Pfarrhaus, 1755 errichtet, links lag der Friedhof („es werden immer noch Knochen gefunden“), rechts war „Der Storchen“ mit Kino von 1956 bis 1964. (län)

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