Speyer Ausbildung: Mentoren geben Orientierung

«Ludwigshafen.» Das Programm „Joblinge“ hilft jungen Menschen, die sich schwer auf dem Arbeitsmarkt tun, einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Teilnehmer werden über das Jobcenter vermittelt.
Rilind ist 20 Jahre alt und macht in einem Ludwigshafener Handyladen eine Ausbildung zum Verkäufer. Der Weg dahin war lang: Hauptschulabschluss, Unsicherheit, „Maßnahmen“ des Jobcenters, mehrere Praktika, ohne zu wissen, ob der jeweilige Beruf tatsächlich zu ihm passt. „Mein Mentor ist eine große Unterstützung“, sagt Rilind. Sein Mentor – das ist der 38-jährige Oliver Neuschäfer. Er arbeitet als Nothilfe-Koordinator bei der Christoffel-Blindenmission und hat mit dem Verkauf von Mobiltelefonen so gar nichts am Hut. Darum geht es aber auch gar nicht. Das sechsmonatige Programm hat zum Ziel, Jugendliche in Ausbildung zu bringen, die es schwer haben, auf dem Arbeitsmarkt zurecht zu kommen. Neben Workshops, Praktika sowie einem Kultur- und Sportprogramm wird dabei jedem Teilnehmer ein ehrenamtlicher Mentor zugeteilt. Im Fall von Rilind und Oliver Neuschäfer heißt das: einmal wöchentlich treffen, über Ziele sprechen, Bewerbungsunterlagen durchsehen... In Ludwigshafen sitzen die „Joblinge“ seit Mai 2016 im Faktorhaus am Berliner Platz. Bislang war der lokale Ableger Teil der Frankfurter gAG. Seit dieser Woche gibt es in Ludwigshafen die neu gegründete „Joblinge gAG Metropolregion Rhein-Neckar“. Finanziert werde die Teilnahme der jungen Menschen am Programm zu etwa 70 Prozent aus öffentlichen Geldern – also als Maßnahme des Jobcenters – und zu rund 30 Prozent von Unternehmen, wie Kadim Tas, Operativer Vorstand von „Joblinge“ sagt. In Ludwigshafen und der Region engagieren sich derzeit rund 60 Privatpersonen als ehrenamtliche Mentoren. Kontakt Firmen oder Personen, die sich bei „Joblinge“ engagieren möchten, können sich unter Telefon 0621 58201220 oder per E-Mail ludwigshafen@joblinge.de melden.