Speyer Aus Kamerun in Speyerer Krankenhaus
Pflegedienstleiterin Petra Robl persönlich hat die beiden Pflegeschülerinnen Ornella Tchato Djomegni und Angeline Deh Njie am Frankfurter Flughafen begrüßt, wie die Malteser berichten. Internationale Mitarbeiter sind inzwischen bei vielen Speyerer Pflege-Anbietern begehrt – vor allem, wenn sie sich so schnell einleben wie die beiden Kamerunerinnen. Sie besuchten neben der Pflegeschule des „Vincenz“ bereits Patienten zu Hause. „Die Patienten sind sehr freundlich. Das erleichtert sehr die Zusammenarbeit“, sagt Tchato Djomegni.
„Ich wollte eine richtige Ausbildung zur Pflegekraft im Gesundheitswesen machen. Denn für mich ist Deutschland ein Traumland. Die Ausbildung ist kostenlos und ich habe Freunde hier“, berichtet die junge Frau. Ihre neue Kollegin hat die Stellenausschreibung der Malteser nach eigenem Bekunden über Google gefunden. „Ich war einerseits sehr glücklich über das Stellenangebot, aber auch traurig, dass ich hierfür mein Zuhause verlassen musste“, sagt sie. Gefallen habe ihr, dass viele Männer und Frauen aus Kamerun im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer arbeiten.
Bereits Praktika absolviert
Die beiden Neu-Speyererinnen haben in ihrem Heimatland bereits Praktika in Krankenhäusern absolviert und wissen um die Unterschiede im Gesundheitssystem. „Für mich war es neu, dass wir die Patienten fragen müssen, ob sie ein bestimmtes Medikament möchten“, berichtet Tchato Djomegni. Die Patienten in Kamerun gingen davon aus, dass Ärzte oder Pflegekräfte wissen, was gut für sie ist. Deh Njie ergänzt: „In Kamerun haben wir in erster Linie den Patienten die Medikamente gegeben und waren nicht für das Waschen oder Bettenmachen zuständig. Das haben ihre Familien getan.“
Mit der Sprache kommen die jungen Frauen schon gut zurecht. Sie haben Deutsch bereits in der Schule gelernt und beide ein B2-Sprachniveau bescheinigt bekommen. Am Anfang sei es dennoch schwer gewesen, den pfälzischen Akzent zu verstehen. „,Gute Mosche’ habe ich am Anfang nicht verstanden – aber nach zwei bis drei Wochen wurde es besser“, berichtet Deh Njie und lacht.
Beide wollen sich jetzt voll auf ihre dreijährige Ausbildung konzentrieren – was Pflegedienstleiterin Petra Robl anerkennt: „Wir sind sehr zufrieden, denn die Pflegeschülerinnen sind sehr engagiert, schreiben sich alles auf und sind begeistert bei der Arbeit.“ Ornella Tchato Djomegni hat auch schon konkrete Pläne für die Zeit danach: „Ich möchte mich nach meiner Ausbildung weiter zur Anästhesieschwester fortbilden.“