Speyer Aufregender Vormittag

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«Römerberg.»Habt ihr schon einmal einen Löwen an der Pauke gesehen? Oder ein Schaf am Fagott? Das habe ich auch nicht. Bis gestern. Da waren nämlich 14 verschiedene Tiere in der Grundschule Berghausen zu Gast und alle hatten ein Instrument dabei. Die Geschichte der neunten Sinfonie von Beethoven wurde in der Turnhalle aufgeführt. Das Tolle: Alle Tiere und der Dirigent wurden von nur einer Schauspielerin dargestellt.

Richtig spannend war die Geschichte. Jedes Mal, wenn es an der Tür klingelte, stand ein neues Tier mit einem Instrument davor. Was die Grundschüler da alles kennenlernten: Den Kontrabass, der von einem stummen Bären mitgebracht wurde, die Trompete von einem feinen Französisch sprechenden Fuchs, die Oboe von einer Gans mit Hamburger Dialekt oder drei coole Eichhörnchen mit Cello, Bratsche und Geige. Ihr wundert euch sicher über die bunte Mischung. Fuchs und Gans in einem Orchester? Genau das war das Problem, mit dem der Dirigent Karavan zu kämpfen hatte. Eine Horde musizierender Tiere, von denen der eine den anderen gerne fressen möchte, ist nicht leicht unter einen Hut zu bringen. Was haben die Grundschüler gestaunt über das flinke Rollenspiel der Schauspielerin. Die hieß Katharina Hofmann und sie hat ihre Sache sehr gut gemacht. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter bekommen. Die Musik und einige Geräusche wurden von ihrer Kollegin Lara Schiffel eingespielt. Die beiden Frauen gehören zur Nimmerland Theaterproduktion, die an Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs ist. Ganz schön anstrengend, der Job. Aber er macht den beiden Spaß. Mir hat Katharina Hofmann erzählt, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrer immer begeistert sind von dem Stück. Das war in Berghausen auch so. Kein Wunder, denn das Publikum hat auch viel über den Komponisten Ludwig van Beethoven und seine Arbeit gelernt. „Wir versuchen, den Kindern klassische Musik näherzubringen und den Aufbau eines Orchesters zu erklären“, hat Katharina Hofmann mir gesagt. Beides hat prima geklappt. Die Kinder haben vor allem gelernt, dass Musik verbindet. Deshalb ist nämlich die Geschichte mit dem Tier-Orchester gut ausgegangen. Die Musik hat alle vereint und keiner wollte den anderen mehr fressen. Am Ende durften alle die Instrumente anschauen – ein aufregender Vormittag mit vielen Eindrücken.

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