Speyer „Aufgeschlossenes Völkchen“ feiert sich selbst
Berghausen wird 825 Jahre alt, und alle feiern mit. Zum Auftakt des Jubiläums sind am Wochenende mehrere Hundert Besucher gekommen – aus dem Dorf und auch von außerhalb. Das Fest begann am Samstag mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche und dem Startschuss von Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU). Für die gute Stimmung am Abend auf dem Platz neben der Kirche war die Band Broken Heart zuständig.
Ein positiver Charakterzug der Berghausener scheint ihre Engelsgeduld zu sein. Lange Warteschlangen an den Getränke- und Imbissstationen sind für sie kein Grund für Aufregung. Im Gegenteil: So ergibt sich die Gelegenheit für den kleinen Plausch am Rande. „Die Leute in Berghausen sind immer gut drauf“, sagt Dana Burkard. Am Samstag zumindest stimmt das, das zeigt ein Blick in die Runde. Selbst die Helfer an Grill und Bräter lassen sich trotz schweißtreibender Tätigkeiten in Dauerschleife nicht die gute Laune verderben. Dana Burkard berichtet weiter: „Ich wohne gerne mit meiner Familie hier. Die Menschen nehmen einen super auf, überall ist man willkommen.“ Der unverhoffte Ruf eines Mannes in der Menge bestätigt das: „Wir kommen aus Speyer. Hier ist alles gut.“ In erster Linie meint er die Live-Musik, wegen der seine Clique gekommen ist. Sie wird aber sicherlich auch den Rest des Festprogramms bei den geselligen Berghausenern genießen. Michael Schikarski wohnt seit 24 Jahren gerne in dem Römerberger Ortsteil. „Das ist ein sehr aufgeschlossenes Völkchen“, versichert er. Familiär fühle sich die Gemeinschaft an, und auch das Engagement in den Vereinen findet er erwähnenswert. Gut aufgenommen fühlt sich auch Martin Sprzagala-Langenhagen. Aus Mannheim ist er vor 17 Jahren zugezogen. Selbst die Jugend mag Berghausen. „Ich finde es schön, dass sich alle kennen und unterstützen. Der Zusammenhalt ist super“, lobt Maren Köpke, 19 Jahre jung, die 825-jährige „alte Dame“ namens Berghausen. Maren Köpke verrät, was ihre persönliche Tradition ist, „jedes Mal, wenn gefeiert wird“: der Gang zur Waffelstation der Weiberbratenvereinigung. Bürgermeister Scharfenberger findet die Feierlust zum Jubiläum bemerkenswert. Im roten Samtgewand ist er mit seiner Frau und Landrat Clemens Körner (CDU) mittendrin. „Der Zuspruch ist phänomenal“, stellt er fest. So eine Resonanz erhofft er sich nun auch für das Brunnenfest und das Konzert mit dem Sinfonieorchester des Mercedes-Werks am kommenden Sonntag. Ein liebenswertes Geburtstagsprogramm in einer lebenswerten Gemeinde.