Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Auf einen Kaffee mit Andreas Krüger

Andreas Krüger vor dem Speyerer Zimmertheater.
Andreas Krüger vor dem Speyerer Zimmertheater.

Wie verbringen und Künstler oder Kulturtreibende den Sommer? Was fehlt in der Sommerpause, wenn es keine Auftritte und keinen Applaus gibt?

Der Sommerurlaub mit Freundin und zwei Kindern am Gardasee liegt bereits hinter ihm. Die verbleibenden Sommermonate wird Andreas Krüger in der Domstadt verbringen. Er liebt die warme Jahreszeit, weil die Nächte in diesen Tagen länger sind. Das Leben spielt sich mehr auf der Straße ab, und das kommt der „Nachteule“ Krüger sehr entgegen. Wenn die Tagestemperaturen am Abend sinken, trifft er sich gerne mit Freunden und Bekannten in der Stadt oder geht zum Schwimmen an den Baggersee. Hitzewellen wie in den letzten Tagen sind nicht sein Ding, aber insgesamt kann er dem Sommer viel abgewinnen. Er erinnert sich an besondere Sommererlebnisse bei einer Wohnmobiltour mit Freunden an der französischen Atlantikküste. Gemeinsam lag man in der Nacht am Strand, plauderte über Gott und die Welt und konnte unzählige Sternschnuppen vom Himmel fallen sehen. Das klingt nach einer perfekten Sommernacht!

Sommer mit Eis und Schnaken

Als Kind war es der Baggersee in Waldsee, Wasser in der Nase, Capri-Eis und viele Schnakenstiche, die seine Erinnerungen prägen. Heute hat er sich den Mojito als Sommer-Lieblinsgetränk auserkoren - „wenn er gut gemacht ist“, fügt er mit Nachdruck hinzu. Auch die Küche muss im Sommer nicht kalt bleiben. Er kocht gerne selbst, zum Beispiel Pasta mit Garnelen, frischen Tomaten und Zitrone.

Dass es im Sommer für ihn nur ein eingeschränktes kulturelles Leben gibt, keine Theatervorstellungen und damit auch keinen Applaus, schreckt den Schauspieler und Regisseur nicht. Zehn Jahre seines Lebens war er als Berufsschauspieler an verschiedenen Bühnen angestellt. „Da ist man auch im Sommer fest in die Theatermühle eingebunden und muss in den verbleibenden sechs Ferienwochen einfach nur durchatmen - ohne Theater. Als freier Theaterschaffender hat sich die Situation gewandelt. „Ich muss die nächste Spielzeit vorausdenken, muss planen für den Herbst, Engagements verabreden für den Winter. Ich muss mehr in die Zukunft blicken“, sagt der Theatermann. Die finanzielle Absicherung für das kommende Halbjahr hat an Bedeutung gewonnen.

Engere Vernetzung

Gefragt nach für ihn wichtigen kulturellen Projekten in der Domstadt, antwortet Krüger: „Man sollte unbedingt die Heiliggeistkirche als weitere kulturelle Spielstätte in Speyer erhalten. Dringend müsste dort die Heizung saniert werden, damit die Kirche ganzjährig bespielt werden kann. Wenn ich in der Stadt Verantwortung für die Kultur tragen würde, wäre mir das ein wichtiges Anliegen“, sagt er.

Wünschenswert wäre aus seiner Sicht auch eine engere Vernetzung der Speyerer Kulturschaffenden und Spielstätten - natürlich im Gespräch mit den Kulturverantwortlichen der Stadt. Von einem engeren Austausch und einer intensiveren Zusammenarbeit könnten alle profitieren. „Es gibt so viel Kultur in dieser Stadt“, sagt Krüger.

Die vorhandene Räumlichkeiten im Alten Stadtsaal, in der Heiliggeistkirche und im Zimmertheater könnten gemeinsam noch besser genutzt werden. „Nicht immer nur bei der Kultur kürzen, sondern mutig und zukunftsorientiert Kultur in Speyer gestalten“, das ist Krügers kulturelle Vision für die Domstadt.

Das Leben als freier Kulturschaffender empfindet er als „unglaublich reich“. „Mit jeder Theaterproduktion lernt man neue Themen und Menschen kennen“, sagt er. Damit bleibt man „wach, aufmerksam, vorwärtsgewandt und offen“. Und genau das macht ihm das Theaterleben leicht und lebenswert.

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