Speyer Auf der Suche nach dem Schatz
Reinkommen, umschauen, loslegen. Die Theorie ist ganz einfach bei der Aktion, die das Jugendtreff-Team von Dudenhofen am Kerwe-Samstag in ihren Räumen im Gemeindehaus umgesetzt hat. In der Praxis sieht die Sache anders aus. Da geht es um Schlangen, Schlüssel und Schriftzeichen, die zum Schatz steuern sollen.
„Room Escape“ heißt das Abenteuer, auf das sich neugierige Kinder mit Forschergeist einlassen. Dem Zimmer entkommen – so die freie Übersetzung des Titels – müssen sie jedoch nicht. Ein Raum genügt, um eine Viertelstunde lang erlebnisreiche Momente zu haben. Länger dürfen die Mädchen und Jungen nicht brauchen bis zum Ziel, das goldfarben und mit Steinen verziert in einer Ecke wartet. „Wir haben verschiedene Hinweise versteckt, anhand derer sich alle den Weg zum Schatz des Pharao bahnen müssen“, erklärt Jugendpfleger Silvio Braun das Prinzip. Mühe gegeben hat er sich gemeinsam mit einigen Sprösslingen des Jugendtreffs bei der Vorbereitung der Einzelteile. Gut drei Wochen hat diese gedauert. Ein tolles Zusatzangebot parallel zu kulinarischen Genüssen, Kunst, Musik und verkaufsoffenem Sonntag während der Kerwe-Tage ist entstanden. Den Kopf des Pharao hat Eleni Birkle (10) mit drei weiteren Helfern gebastelt – ein echtes Schmuckstück mit markantem Gesicht und dem üblichen Kopfschmuck. „Das ist ein Blumentopf aus Plastik, der mit einem Gestell aus Holz umbaut worden ist“, verrät Eleni. Die gelben und blauen Papierstreifen zur Dekoration hat das Team mit Kleister angeklebt, den Spitzbart des ägyptischen Königs hat Eleni noch am Samstagmorgen schnell angebracht. „Das war richtig Arbeit“, betont sie hinsichtlich des Gesamtkunstwerks. Marcel Flörchinger war bereits am Vorabend mit Jugendpfleger Braun im Einsatz. In einer Sonderschicht hat der 13-Jährige gemeinsam mit dem Betreuer alles aufgebaut, was für das Erlebnis „Room Escape“ vonnöten war. „Ich bin zufrieden“, sagt Marcel über das Ergebnis. Am Schwierigsten bewertet er selbst den Part mit der Schwarzlichtlampe. „Da denken die meisten nämlich: Was nutzt uns die denn?“ Dabei ist gerade die unerlässlich, um den nächsten Schritt in die Nähe des Schatzes zu tun. Auf einem von Braun gestalteten Stück Papyrus sind nämlich nur im Schwarzlicht erkennbare Kamele zu sehen, die die aufeinanderfolgenden Richtungen zum Drehen eines gewaltigen Schlosses angeben, mit dem die Goldkiste versiegelt ist. Kevin Weick (10) hat seinen Testlauf bereits hinter sich. „Es hat Spaß gemacht, aber es war schon knifflig“, fasst er zusammen. Vor allem das Deuten der Schriftzeichen sei nicht leicht gewesen. Dass das unerlässlich ist, um vorwärts zu kommen, hat auch Rory Jakob (10) festgestellt. „Wir wollten die Kiste aufmachen – das ging nicht. Dann wollten wir das Schloss knacken, das ging auch nicht“, berichtet sie von anfänglichen Fehlversuchen, die sie im Dreierteam verkraften mussten. Nach ein paar Tipps sei der Stein aber ins Rollen gekommen; die Schriftzeichen „Bild, Geld, Pharao“ seien gedeutet, die entsprechenden Ziffern für das nächste Zahlenschloss entdeckt worden. Den Griff in Pharaos Schatzkiste schaffen bis zum späten Nachmittag alle Kinder, die sich auf das Experiment, das Braun selbst in Prag kennen gelernt hat, einlassen. Jonas Eisensteck (10) bleibt angesichts dessen nur eine Bewertung der Aktion am Kerwe-Samstag übrig: „Voll cool.“ (xsm)