Fußball
Auf Abschiedstournee: FC Speyer 09 in Idar-Oberstein
Die Aussichten auf den Ligaverbleib, der eigentlich nur noch theoretisch möglich erschien, sind praktisch auf den Nullpunkt geschrumpft. Alles andere als eine Niederlage in der Edelsteinstadt käme einer Überraschung gleich, obwohl die Gastgeber zuletzt auch keine Bäume ausrissen.
Idar-Oberstein steht seit drei Spielen ohne Sieg da. Der SC verlor 1:2 beim FC Bienwald Kandel, zu Hause 1:6 gegen Tabellenführer TSV Gau-Odernheim. Beim SV Hermersberg kam er zu einem mühsamen 1:1. Von Glanzleistungen kann dabei, wie auch bei Speyer, keine Rede sein. Aber bei dem gewaltig angekratzten Selbstvertrauen und den Ausfällen im FC-Kader sollte die spielerische Qualität der Gastgeber, die 48 Punkte ausweisen, immer noch hoch genug sein, die Domstädter niederzuhalten. Es sei denn, sie unterschätzen den abgeschlagenen Kontrahenten gewaltig und legen den Schongang ein. Damit ist allerdings kaum zu rechnen, weil Idar-Oberstein seine winzige Chance auf die Vizemeisterschaft gewiss nutzen möchte.
Gaßner: Schlagen uns immer wieder selbst
Die durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit zustande gekommene überflüssige Heimniederlage der Speyerer gegen Hohenecken sei natürlich ein gewaltiger Niederschlag für das gesamte Team gewesen und habe das Selbstverständnis weiter sinken lassen, berichtet Coach Gaßner. Er spricht von 13 verschenkten Punkten: „Es ist einfach niederschmetternd. Wir spielen auf Augenhöhe, keineswegs schlechter als unsere Gegner, schlagen uns aber durch riesige individuelle Fehler praktisch immer wieder selbst.“ Hinzu komme die weiterhin prall gefüllte Verletztenliste, die einfach nicht schrumpfen will. Gaßner: „Leistungsträger und Mentalitätsspieler wie Luca Rübel, Mustafa Köse und Kapitän Bruno Ferreira da Cruz sind einfach nicht zu ersetzen. Auch Lorik Bunjaku fehlt.“
Mit A-Jugendlichen fülle er den Kader auf, sagt Gaßner, wobei ihm insbesondere Gianluca Gigliotti gut gefallen habe. Auch dessen Zwillingsbruder Matteo wechselte er zuletzt ein.
Die sechs restlichen Begegnungen noch sauber abzuliefern, ist nun das Hauptziel Gaßners, der bereits mit Blick auf die kommende Saison bis zum Schluss 100-prozentiges Engagement erwartet. Finale Gespräche über Neuverpflichtungen seien im Gange. Der Trainer hofft, dass sie in den nächsten Tagen zumindest teilweise positiv zu Ende geführt werden können.