Speyer Asylunterkunft: Wohncontainer statt Bolzplatz
Eine bisherige Freifläche beim Bolzplatz in der Alten Rheinhäuser Straße soll es werden. Diesen Vorschlag legt die Verwaltung dem Hauptausschuss des Stadtrats vor, der am Donnerstag, 11. Mai (18 Uhr, Stadtratssitzungssaal), tagt. In der Woche darauf soll auch der Stadtrat zu dem Thema befragt werden. Dass die bisherigen Asylunterkünfte angesichts steigender Flüchtlingszuweisungen bald nicht mehr ausreichen würden und keine weiteren Bestandsgebäude verfügbar seien, hatte die Stadt schon länger betont. Sie hatte deshalb eine interne Standortsuche gestartet, in der anfangs 22 Flächen im Stadtgebiet auf ihre Eignung geprüft wurden und zuletzt die Auswahl unter vier verbliebenen anstand.
Die Fläche in Speyer-Süd – angrenzend an den Kreuzungsbereich Rheinhäuser Straße, Alte Rheinhäuser Straße und Kirschweg – sei „am besten geeignet und am schnellsten realisierbar“, so das städtische Gebäudemanagement. Als Nachteile der 0,2 Hektar werden der Wegfall einer Teilfläche zum Bolzen und ein Störfallbetrieb im weiteren Umfeld genannt. Vorteile seien hingegen das Wohnumfeld, die Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten.
150 Plätze geplant
Geplant sind laut Stadt bis zu 150 Plätze in mehreren Containern, die in zwei Schritten aufgebaut werden könnten. Zuerst sollten Unterkünfte für 70 Personen angemietet werden. Der zweite Abschnitt könnte 2024 kommen, dann mit gekauften Containern. „Die Lieferzeit von Kaufcontainern ist länger als die von Mietcontainern“, erklärt die Stadt. Die Anlage mit 70 Plätzen kostet der Kalkulation zufolge 19.800 Euro an Monatsmiete. Für den kompletten Kauf fielen 2,25 Millionen Euro an. Um die Fläche nutzbar zu machen – etwa mit Erdarbeiten, Anschlüssen und Trafostation – kämen 865.000 Euro hinzu.
Bisher hat die Stadtverwaltung ihr zugewiesene Flüchtlinge vor allem in Unterkünften im Birkenweg und in der Engelsgasse untergebracht. Diese sind nun voll. Seit April wird auch eine Etage im früheren Stiftungskrankenhaus in der Spitalgasse belegt, wo 60 Plätze vorbereitet sind. Sie seien voraussichtlich im August ausgeschöpft. Speyer müsse mit zehn bis zwölf Zuweisungen pro Monat rechnen, davon in der zweiten Jahreshälfte tendenziell mehr als in der ersten. Container-Standorte waren 2016 schon einmal geprüft, aber nicht umgesetzt worden.