Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel ASV Harthausen fehlt nur noch Geld für den Kunstrasen

Tage gezählt: Der ASV Harthausen mit Jerome Degen (gelb) spielt 2016 gegen Sankt Martin.
Tage gezählt: Der ASV Harthausen mit Jerome Degen (gelb) spielt 2016 gegen Sankt Martin.

Beim ASV Harthausen läuft’s auf’m Platz. Daneben gedeihen Pläne. Ein Kunstrasen soll es werden. Was die Tabakdörfler für das Zusammengehörigkeitsgefühl tun.

Platz vier für den ASV Harthausen in der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt. Läuft. Jetzt will der Sportverein auch das richtige Geläuf für Training und Spiele. Der alte Hartplatz soll zum Kunstrasenplatz werden. Was noch fehlt, ist Geld. Eine Kampagne zur Werbung für Großinvestoren ist deshalb in dieser Woche angelaufen.

„Rund 700.000 Euro.“ Das ist laut Nico Eisensteck, Abteilungsleiter Fußball im 1946 gegründeten Verein, der Betrag, um den es dabei geht. „Kleinvieh macht auch Mist“, weiß der 31-Jährige, der nach wie vor aktiv spielt. Der Verein sei für jeden Cent und Euro dankbar. „Wir brauchen aber für das Vorhaben Kunstrasenplatz einen oder mehrere Großinvestoren, seien es Private oder Firmen. Sie sollten in das Projekt und den Fußball in Harthausen investieren wollen.“

Investoren benötigt

Auf allen Kanälen – Social Media, ASV-Homepage, Tageszeitung – und in Gesprächen wird seit wenigen Tagen getrommelt. „Wir reden erst mal gerne mit allen.“ Die Leute könnten jederzeit auf den Sportplatz kommen. Ganz wichtig sei es, im und um den Verein ein Verständnis für das Vorhaben zu schaffen. „Eine Veranstaltung zur Investoren- und Sponsorenwerbung haben wir derzeit noch nicht geplant.“ Bis Weihnachten wollen die ASV-Strategen abwarten, wie sich die Diskussion entwickelt. „Wir planen eine Ausschreibung für einen oder mehrere Investoren. Ohne deren Geld können wir uns unseren Traum nicht verwirklichen. Sollten wir in einem Jahr niemanden finden, brauchen wir einen neuen Plan“, nennt Eisensteck die erste entscheidende Frist. Bau, Umzäunung, Werkzeuge für die Pflege und der Architekt sind die dicksten Kostenblöcke im Platzumbau-Plan, wissen die ASVler. Dennoch wollen sie es. Das Motto: Aus rot(em Hartplatz) soll grün(er Kunstrasen) werden.

Eisensteck und seine Mitstreiter im Vorstand gehen die Sache nicht blauäugig an. Seit inzwischen fünf Jahren befassen sich vor allem er und der im Vereinsmanagement für Events zuständige Jörg Stürzebecher mit dem Thema. Sie analysieren die Situation des Vereins, checken die Rahmenbedingungen, die Zuschuss- und Finanzierungsmöglichkeiten. Dazu kalkulieren sie – mit den ständig steigenden Preisen, mit den Anforderungen an Nachhaltigkeit eines Kunstrasenplatzes sowie den erkennbaren Nach- und Vorteilen: Von Letzteren gibt es nach Überzeugung der ASV-Verantwortlichen viele: „Seit Jahren träumen wir von der Umwandlung des Hartplatzes in einen Rasenplatz. Ein Kunstrasen wäre aufgrund der feuchten und schattigen Waldlage unseres Platzes einfach die beste Lösung. Dieser wäre den ganzen Winter über bespielbar, würde Kapazitäten schaffen und den Mannschaften, vor allem den vielen Kindern und Jugendspielern, viel Freude bereiten“, argumentieren beide.

Etliche Nachteile

Die Ist-Situation sieht bescheiden aus: „Als einer der letzten Vereine im Umkreis müssen wir in der dunklen Jahreszeit auf einem Hartplatz trainieren.“ Wegen der defekten Drainage mit der Folge von Wasserpfützen auf dem Platz und schlammiger Spielfeldoberfläche sei das wegen des Verletzungsrisikos oft nicht möglich. Weil der Naturrasen des Gemeindesportplatzes über den Winter ebenfalls nicht bespielt werden kann, „kann der ASV über viele Wochen im Jahr gar nicht trainieren“. Weiteres Problem: Die hohe Belegung der Plätze in Dudenhofen erlaube meist nur eingeschränktes Training. „Oft müssen dort vier Mannschaften gleichzeitig auf einem Platz trainieren. Die Anzahl der wöchentlichen Trainingseinheiten wurde zuvor bereits auf das Minimum reduziert“, klagt Eisensteck.

Theoretisch klar aufgeteilt sind bereits die Finanzierungsanteile: Rund 200.000 Euro sollten demnach über öffentliche Fördermittel von Land (Goldener Plan), Kreis und Gemeinde zusammenkommen. 500.000 müssten der oder die Investor(en) bringen. „Förderanträge haben wir noch keine gestellt. Wir wollen erst sehen, ob es Resonanz gibt“, übt sich Eisensteck derzeit noch in Zurückhaltung.

Traum 2026

Die reine Umbauphase dauert rund vier Monate – „abhängig von der Baufirma und den zu erbringenden Eigenleistungen“, schätzt Eisensteck. Doch bevor es so weit ist, wäre noch Anderes zu erledigen: Investor haben, Förderzusage ergattern, Mitgliederversammlung abstimmen lassen. „Also theoretisch kann man ab 2026 davon träumen“, bilanziert der ASVler, der seit 25 Jahren im Verein ist und über 250 A-Klasse-Spiele absolviert hat. Der Vater von zwei Kindern, im Hauptberuf Abteilungsleiter Organisationsentwicklung der Pronova BKK, warnt jedoch vor Prognosen. Er selbst wagt (noch) keine.

Ein weiteres Argument pro Investition in die Sportanlage haben Eisensteck und der vor wenigen Wochen erst im Amt bestätigte ASV-Vorsitzende Axel Hoffmann aus ihrer Sicht noch im Köcher: Der Allgemeine Sportverein Harthausen hat in den jüngsten Jahren einen starken Aufschwung genommen. Die Anzahl der Mitglieder ist von 630 (2022) auf aktuell über 830 gestiegen.

Zur Wachtenburg

Unter anderem für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Grün-Weißen im Verein steigt am 1. November zum zweiten Mal das „ASV-Event“ bei einem Sponsor. Es geht dann für die Mitglieder zu den Wachtenburg-Winzern. „Im Vorjahr waren wir 20. Jetzt kommen schon 50 mit“, freuen sich die Macher über die Resonanz auf das vereinsinterne Veranstaltung.

„Mit unserem Sportangebot sowie öffentlichen Veranstaltung und Festlichkeiten sorgen wir für Gesundheit, viel Freude und sozialen Austausch im Gemeindeleben“, formulieren die Vorstandsmitglieder selbstbewusst. Aktiv ist der ASV alleine im Fußball – es ist die zahlenmäßig größte Abteilung – mit zwei Herren-, einer Damen- und einer laut Eisensteck „derzeit wieder richtig aktiven“ AH-Mannschaft. Dazu kicken zahlreiche Jugendteams im Kooperationsclub JFV Ganerb in Dudenhofen. Leichtathletik, Gymnastik und Tischtennis komplettieren das sportliche Angebot.

Kontakt

E-Mail: Fussball@asvharthausen.de

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