Speyer Anwohner wollen mehr Ruhe
Die Anwohner der Ortsstraßen Carl-Zimmermann-, Ernst-Reuter- und Johann-Walter-Straße fordern von der Gemeinde Dudenhofen den „Schutz und Erhalt des Wohngebiets Süd“. Sie verlangen die Reduzierung des Durchgangsverkehrs und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. Am Donnerstagabend überreichten die Initiatoren Manfred Hick, Kerim Kurt und Siegfried Tretter an Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) eine Unterschriftenliste mit 180 Namen.
Die von Manfred Hick und der Bürgerinitiative aufgelisteten „Fakten“: Täglich durchfahren die Carl-Zimmermann-Straße mehr als 3000 Fahrzeuge – registriert bei einer Verkehrszählung Ende September vergangenen Jahres. Davon seien circa zwei Drittel Durchgangsverkehr, Tendenz steigend, gemessene Geschwindigkeiten bis 85 Stundenkilometer, stellenweise liege die Lärmemission weit über dem zulässigen Grenzwert. Hauptvorwurf von Manfred Hick an den Bürgermeister: Der Durchgangsverkehr, vor allem des Schwerlastverkehrs, werde bewusst durch das Wohngebiet, nicht über die Landes- und Kreisstraßen geleitet, die Gemeinde unterlasse Schritte zur Beschränkung. „Es geht morgens um 4 Uhr los, dauert bis spät in die Nacht, wir kommen zum Teil nicht aus unseren Ausfahrten“, sagte Hick. Die Gemeinde lade mit dem Umbau der Kreuzung an Hofgraben/Landauer Straße geradezu zur Fahrt durch die Carl-Zimmermann-Straße ein. Für einen „Rückbau des Einmündungsbereichs“ gab Hick dem Bürgermeister schon mal eine von ihm gefertigte Vorschlags-Skizze mit. Über Jahre hätten Anwohner auf die Situation und die Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität, Lärm und die Gefährdung der Verkehrssicherheit aufmerksam gemacht, ohne dass die Verwaltung tätig geworden sei. Zum Beispiel auf der Gemeindestraße Tempo 30 anzuordnen, wie in der Schiller- und Kettelerstraße. Siegfried Tretter sagte: „Es wird mit zweierlei Maß gemessen.“ Ortsbürgermeister Eberhard relativierte „das Problem Durchgangsstraße“ mit dem Verweis auf den Landesbetrieb Mobilität und die Polizei: „Die fordern von uns eine Klassifizierung, welche Straßen im Bedarfsfall als Umgehung von Landes- und Kreisstraßen genutzt werden können.“ Bedarfsfall heißt: Wenn in einer Landes- oder Kreisstraße gebaut wird und diese gesperrt ist. Dafür bekomme die Gemeinde bei anfallenden Sanierungen der betreffenden „Bedarfsfall-Straßen“ ein Sechstel Zuschuss zu den Kosten. Die Anzahl der Anwohner, die ihn bislang in der Sache ansprachen, bezifferte Eberhard auf „drei oder vier“. Und das meist nur informell. In dem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Lärmgutachten würden die Grenzwerte – tagsüber 60 Dezibel, nachts 50 Dezibel – nicht überschritten, es bestehe deshalb in der Hinsicht kein zwingender Handlungsbedarf. Was Anwohner Hick bezweifelte: „Die Verordnung lässt in bestimmten Fällen auch Eingriffe und Beschränkungen bei geringeren Werten zu.“ Hick entgegnete dem Hinweis von Eberhard, die Grundstücke lägen immerhin einige Meter neben/hinter der Straße, weil dort früher das Pfefferminzbähnel fuhr: „Mein Haus ist 15 Meter von der Straßenmitte entfernt, trotzdem werden unmittelbar an der Fassade Grenzwerte überschritten.“ Eine Anwohnerin der Johann-Walter-Straße mit Kita, Pfarrheim, Pizzeria sorgt sich um die Verkehrssicherheit der Kinder. Zudem werde an der Kreuzung/Einfahrt zur Carl-Zimmermann-Straße „volle Kanne gerast“. Die Gretchenfrage von Kerim Kurt an den Bürgermeister: „Was machen Sie jetzt mit der von 90 Prozent der Betroffenen unterschriebenen Liste?“ Antwort Eberhards: „Ich werde Ihr Anliegen im Gemeinderat vorbringen. Sollte der Rat für Tempo 30 stimmen, müssten wir auf das Sechstel Zuschuss verzichten.“ Manfred Hick bedauerte es, dass keiner der Fraktionsvorsitzenden des Ortsgemeinderats bei der Übergabe der Unterschriften dabei war. Sie seien alle eingeladen gewesen. (län)