Speyer Ansprache als A und O
Drei Gremien dürfen die Katholiken in der Diözese Speyer am kommenden Wochenende wählen: Pfarreirat, Verwaltungsrat, Gemeindeausschuss. Wer für was zuständig ist, lesen Sie im unten stehenden Text „Zur Sache“. Für die Verantwortlichen war es eine große Herausforderung, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich in den Gremien einsetzen möchten.
„Schwer“, sagt Heinz-Peter Sauer, der für die drei Römerberger Gemeinden spricht. In Heiligenstein müssen für alle drei Gremien ergänzende Urwahlen durchgeführt werden, in Mechtersheim ist das für den Verwaltungsrat der Fall. Urwahlen heißt: Die Wähler können zusätzlich einen weiteren Namen auf den Wahlzettel schreiben. Sie müssen es aber nicht. Sauer sagt, am einfachsten sei es noch gewesen, Kandidaten für die Gemeindeausschüsse zu finden, die laut Beschluss der einzelnen Gemeinden in Römerberg nur die Mindestanzahl von drei Mitgliedern haben müssen. Viele Menschen, die er angesprochen habe, hätten abgelehnt, weil sie unsicher seien, wie zeitintensiv die Arbeit in den neuen gemeindeübergreifenden Gremien sei. „Sie sind nicht prinzipiell gegen die neuen Strukturen, sie sind nur unsicher, ob sie die Anforderungen erfüllen können“, sagt Sauer. Hedwig Kögel, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Harthausen, Hanhofen und Dudenhofen, sagt: „Kandidaten finden, geht nur durch persönliche Ansprache.“ Angst vor den Neuerungen spielt ihrer Meinung nach keine Rolle. Im Gegenteil: Einige sähen das sogar als interessante Herausforderung, so wie die drei jungen Männer, die in Harthausen für den Pfarreirat kandidieren. „Alle jünger als 35“, sagt Kögel. Sie wollten über den Ortsrand hinausblicken. Insgesamt ist sie zufrieden mit den Kandidatenlisten. Ausgeglichen seien sie, sowohl vom Alter als auch vom Geschlecht der Kandidaten. Richtig viele Kandidaten gibt es in Hanhofen. Besonders stolz ist Marita Schmitt, die sich um die Kandidatensuche gekümmert hat, dass eine 19-Jährige sogar für Pfarreirat und Gemeindeausschuss kandidiert. Der Waldseer Pfarrer Frank Aschenberger, der für Waldsee und Otterstadt sowie Altrip, Limburgerhof und Neuhofen zuständig ist, erzählt: „Die Kandidaten rennen uns nicht gerade die Tür ein, manche muss man schon zweimal ansprechen.“ Doch die Kandidatenlisten stehen, obwohl sich die Orte für relativ große Gremien ausgesprochen haben. Der Germersheimer Pfarrer Jörg Rubeck, der auch für Lingenfeld und Schwegenheim zuständig ist, beschreibt die Suche nach Kandidaten so: „Ich habe inzwischen eine Körbesammlung zu Hause.“ Es sei ja nicht gerade so, dass die Leute warteten, dass sie endlich angesprochen werden. Doch ohne persönliche Ansprache gehe gar nichts. „Um einen Kandidaten zu finden, muss man im Schnitt fünf bis sechs Personen ansprechen“, rechnet Rubeck vor. Letztlich ist er zufrieden mit dem Ergebnis: Für jedes Gremium gibt es einen Kandidaten mehr als gefordert. Wie wurden die Wahlen beworben? Die meisten Gemeinden haben die Liste ihrer Kandidaten in den Schaukästen an der Kirche ausgehängt, zum Teil mit Bild. Das haben alle Gemeinden, die zur Pfarreiengemeinschaft Dudenhofen-Römerberg gehören, und auch Schwegenheim und Lingenfeld so gehandhabt. In Dudenhofen, Hanhofen und Harthausen wurden Flyer verteilt, in denen die Wahlen erklärt und die Namen der Kandidaten bekanntgegeben werden. In Römerberg gab es eine Infoveranstaltung zu den Wahlen und einen Hinweis darauf im Pfarrbrief. Der Germersheimer Pfarrer Rubeck setzte vor allem auf Werbung während der Gottesdienste und Veranstaltungen in der Pfarrei. Die Wahlberechtigungskärtchen haben die Helfer in die Briefkästen der Katholiken eingeworfen. „Problematisch ist, dass diese Kärtchen leicht für Werbung gehalten und weggeworfen werden können“, sagt die Hanhofenerin Marita Schmitt. In Waldsee/Otterstadt hat man sich viel Arbeit mit der Werbung gemacht: Dort ist ein Sonderpfarrbrief verteilt worden, in dem die Wahlen erklärt werden und die Kandidaten für alle Gremien in allen fünf Orten vorgestellt werden, mit Bild. Jeder Kandidat hat gesagt, warum er antritt. Was passiert mit denen, die nicht gewählt werden? „Wir können es uns nicht leisten, Leute, die sich engagieren möchten, nicht mit einzubeziehen“, sagt Waldsees Pfarrer Aschenberger ganz klar. Die Anzahl der Mitglieder für Pfarreirat und Verwaltungsrat sind begrenzt, daher werden nicht gewählte Kandidaten in Waldsee und Otterstadt dann zur Mitarbeit im Gemeindeausschuss eingeladen. „So bekommen sie einen Einblick in die Arbeit der Räte, schließlich sind sie ja Ersatzkandidaten, wenn ein gewähltes Mitglied ausscheidet“, so Aschenberger. Ähnlich sehen es auch die Verantwortlichen in den anderen Gemeinden.