Speyer Anschnallen und aufpassen

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Was sind Reaktionszeit und Bremsweg? Was sollte man beim Autofahren besser bleiben lassen? Das und mehr haben Schüler des Gymnasiums am Kaiserdom gestern bei der Aktion „Achtung Auto“ des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) erfahren.

Autos brauchen ganz schön lange, bis sie zum Stehen kommen. Das ist eine Erkenntnis, die die Fünft- und Sechstklässler gewonnen haben. Die zweite: Um sich bei einem Unfall nicht richtig schlimm zu verletzen, müssen sie sich stets gerade hinsetzen und ordentlich anschnallen. Für die Jungen und Mädchen war der Vormittag ebenso lehrreich wie spannend. Eine gelungene Premiere, war ihre Schule doch zum ersten Mal am Start. Mila und Isabell haben Fahrlehrer Christian Bauhoff gut zugehört. „Wir sind bis zur weißen Linie auf der Straße gerannt und sollten dann sofort anhalten“, erzählt Mila. „Das geht gar nicht, weil man da viel zu viel Schwung hat“, ergänzt Isabell. Noch länger dauert es, bis die Kinder stehen, wenn sie nicht an einer Linie stoppen sollen, sondern dann, wenn Bauhoff eine Fahne schwenkt. So lernen sie spielerisch, dass sich der Anhalteweg aus dem Reaktionsweg und dem Bremsweg zusammensetzt. Also der Strecke, die sie noch rennen, bis sie überhaupt merken, dass sie anhalten sollen, und der Strecke, die sie dann noch brauchen, um tatsächlich stehen zu bleiben, wenn sie endlich abbremsen. Nun steigt Bauhoff in einen Opel Corsa und fährt erst mit 30, dann mit 50 Stundenkilometern an die weiße Linie und bremst. Oder er steigt auf die Bremse, wenn ein Schüler die Fahne schwingt. Es dauert länger, als die Schüler dachten, bis das Auto steht. „Ich habe ja gewusst, dass ich bremsen soll und extra auf die Fahne geschaut. Normalerweise weiß man als Autofahrer aber nicht, dass eine Vollbremsung nötig ist. Dann dauert es noch länger“, erläutert er. Zusammen mit den Kindern überlegt der Experte, was den Reaktionsweg noch verlängern kann. „Mit dem Handy rumspielen, essen, am Radio herumschalten oder anders abgelenkt sein“, zählt Mila auf. Daneben sind Alkohol und Drogen am Steuer absolut verboten, bläut Bauhoff seinen jungen Zuhörern ein. Zudem verlängert sich der Bremsweg, wenn die Straße nass oder voller Blätter ist oder Glatteis herrscht, finden sie weiter heraus. Wie fühlt sich eine Vollbremsung an? In Gruppen steigen die Schüler zu Bauhoff ins Auto. Der beschleunigt auf Tempo 50 und demonstriert es ihnen eindrucksvoll. Die Kinder fliegen nach vorne, werden aber sofort vom Gurt gehalten. Nichts passiert. „Deswegen ist es so wichtig, angeschnallt zu sein.“ Dazu erklärt er einige Regeln: Arm nicht aus dem Gurt herausziehen, da sonst der Oberkörper bei einem Unfall ungehalten nach vorne fliegt. Füße nicht auf das Armaturenbrett legen, um sich bei einem Crash nicht die Beine zu brechen oder sich noch schwerer zu verletzen. Schulranzen nicht auf den Schoß legen, damit ihn der Airbag bei einem Unfall nicht in den Körper drückt. Haltegriffe nur beim Ein- oder Aussteigen nutzen, aber nicht während der Fahrt daran festhalten, da bei einer Vollbremsung die Schuler verletzt würde.

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