Speyer Anlaufstelle für nette Nachmittage

Anstoßen auf das Generationencafé: die Besucher beim gestrigen ersten Treffen in der Gaststätte Europa.
Anstoßen auf das Generationencafé: die Besucher beim gestrigen ersten Treffen in der Gaststätte Europa.

Spritzig sollte er sein, der Auftakt zu einem Angebot, das künftig regelmäßig unterhaltsame Stunden bescheren soll. Bei der Zusammenkunft im erstmals organisierten Generationencafé in der Gaststätte Europa in Berghausen wurde daher gestern mit Sekt auf das neue Projekt angestoßen. Ins Leben gerufen wurde es durch den Seniorenbeirat, der sich im Juni in der Ortsgemeinde formiert hat.

Beim Generationencafé beginnt das Seniorenalter bei 50 plus. Das hat seinen Grund, wie der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Gerhard Merdian, betont. Die Mitstreiter wollen mit den Älteren etwas für die Alten bewegen. Daher ist der Café-Treff für jeden offen. Gespannte Gesichter wenden sich Merdian zu, als er die Gesellschaft bei der „Europa“-Premiere willkommen heißt. Offenkundig ist: Wer gekommen ist, findet die Idee von Grund auf gut. „Rund 25 Personen haben sich angemeldet“, sagt Merdian im RHEINPFALZ-Gespräch. Ein guter Schnitt, bedenkt man die Kürze der Zeit, in der der Seniorenbeirat besteht. In der Bevölkerung hat er sich als Institution bereits gefestigt. „Schon in den ersten Tagen wurde ich auf der Straße angesprochen. Im Moment baut sich der Seniorenbeirat dermaßen auf, dass es richtig Spaß macht“, sagt Merdian. Im Generationencafé steht das Miteinander im Vordergrund. „Vielleicht entstehen hier auch Freundschaften, die außerhalb weiter gelebt werden“, sagt Merdian. Die Römerberger Seniorenbeiratsmitglieder haben sich im Vorfeld angesehen, wie andere Kommunen ein solches Angebot aufziehen. Zu Gast waren sie beispielsweise in Waldsee. Gaststätten-Wirtin Eleonora Nici unterstützt die Organisatoren. „Sie bewirtet auch die Tschernobyl-Kinder, wenn die zu Gast sind“, informiert Merdian. Elvira Theurer, rechte und linke Hand des Vorsitzenden, wie der lächelnd betont, hat ein Bingo-Spiel vorbereitet. „Wir haben vor, jedes Mal eine andere Aktivität anzubieten“, sagt Theurer und ergänzt, dass dies aber abhängig von den Wünschen der Café-Besucher sei. Die finden es in erster Linie gut, überhaupt einmal eine Anlaufstelle zu haben, in der ungezwungen über alle Themen des Lebens geplauscht werden kann. „Dass der Seniorenbeirat eingerichtet wurde, finde ich gut“, sagt Bürgerin Marianne Benz. Sie ist zuversichtlich, dass daraus weiterhin etwas Positives erwächst. Christel Nowacki genießt den Nachmittag in fröhlicher Runde ebenso. Seit 40 Jahren wohnt sie in Berghausen und hat bislang nicht viele gemeinschaftlichen Aktionen im Ort besucht. Ihr Credo für das Generationencafé: „Man soll sich nicht zu denen setzen, die man schon kennt, sondern sich neuen Bekanntschaften öffnen.“ Dass das Leben in der Ortsgemeinde durch die Einrichtung auf eine noch breitere Basis gestellt wird, wünscht sich Ortsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU). Er richtet seinen Appell an die Bürger, denn eine Örtlichkeit allein genüge nicht. „Sie muss mit Leben gefüllt werden“, macht er deutlich. Im ersten Anlauf ist das bereits geglückt. Einmal im Monat soll das Generationencafé nun angeboten werden.

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