Speyer Angst wegen Gift im Grundwasser
Der Ortsbeirat des Ludwigshafener Stadtteils Maudach befürchtet, dass aus der ehemaligen Deponie der BASF (1955 bis 66) an der Frigenstraße austretenden Schadstoffe das Grundwasser im Maudacher Bruch belasten könnten. Die Kommunalpolitiker warten daher auf den angekündigten Bau einer Dichtwand rund ums Deponiegelände.
„Da hat sich noch nicht viel getan.“ CDU-Ortsbeirätin Martina Wittke bringt die Stimmung des Gremiums am Donnerstagabend auf den Punkt. Seit 2016 ist klar, dass von der ehemaligen Deponie am Rande Maudachs belastetes Grundwasser austritt. Dessen Fließgeschwindigkeit ist zwar sehr langsam und die Messergebnisse – es geht insbesondere um das Pestizid Mecoprop – liegen weit unterhalb der Grenzwerte. Dennoch dürfen Stadt und BASF, die die Deponie einst befüllt hat, kein Risiko eingehen. Sie nehmen gemeinsam 2,7 Millionen Euro in die Hand, um rund um das betroffene Gelände im heutigen Gewerbegebiet „Am unteren Grasweg“ und beim Alemannia-Sportplatz eine 500 Meter lange, 60 Zentimeter breite und bis zu zehn Meter tiefe Dichtwand zu bauen. Sie soll verhindern, dass weiterhin belastetes Grundwasser in Richtung Bruch fließt. Das soll auch deshalb nicht passieren, weil die Technischen Werke (TWL) im Maudacher Bruch Brunnen zur Trinkwassergewinnung betreiben. Bei einer Bürgerversammlung im November 2016 hat TWL-Vorstand Reiner Lübke alle beruhigt: Das belastete Wasser nähere sich mit 30 Metern pro Jahr dem Bruch – damals betrug der Puffer noch einen Kilometer. Der Versorger wollte dennoch kein Risiko eingehen und hat die damals von Lübke angekündigten Hausaufgaben schon gemacht, wie eine TWL-Sprecherin gestern auf Nachfrage informierte. Drei Brunnen wurden in „Abwehrbrunnen“ umgewandelt: Sie dienen also nicht mehr zur Trinkwassergewinnung, sondern können belastetes Wasser abgreifen und ableiten. Als Ersatz haben die TWL vier neue Brunnen gebaut. Zur Investitionssumme wollte die Sprecherin nichts sagen. Lübke sprach 2016 von einem „stattlichen Millionenbetrag“. In Sachen Dichtwand sind die Hausaufgaben noch nicht erledigt. Das wurde nun im Ortsbeirat deutlich. Zwar wurden schon Rodungsarbeiten vorgenommen und jüngst gab es Probebohrungen. Diese waren wichtig, um zu wissen, wie tief die Schutzwand reichen muss. Der einst für September 2017 angekündigte Start der Sanierung lässt indes weiter auf sich warten. Die Stadt informierte im Beirat, dass sich die Bauarbeiten „wegen der Komplexität und der Vorarbeiten verzögert“ hätten. Mittlerweile liegen die Ergebnisse der Bohrungen vor. Aktuell laufe das Vergabeverfahren. Bis Ende des Jahres soll die Wand dann installiert sein.