Speyer An Reilands Zucchini kommt keiner vorbei

SPEYER. Der Sieger der Gartenolympiade 2012 in der Kategorie „Superlativ“ ist auch der Gewinner 2016: Günter Reiland aus Otterstadt hat die Jury mit seiner Riesenzucchini überzeugt. „Mir gefällt diese Zucchini unheimlich gut“, sagt Juror Gerhard Hoffmann (66), Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Harthausen, und trifft damit die Meinung seiner Jury-Kollegen Gerhard Birkle (67) aus Dudenhofen, der dem Spargel- und Gartenbauverein vorsteht, und Guido Heil (78), langjähriger Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins in Heiligenstein. Die selbstgezogene Zucchini aus Reilands Garten misst 85 Zentimeter und bringt 35 Kilogramm auf die Waage – und nicht nur unsere Juroren fragen sich: „Wie macht er das bloß?“ Zweiter Sieger in der Kategorie „Superlativ“ ist Michael Löchel aus Berghausen, der 50 Zentimeter lange Bohnenstangen in seinem Garten wachsen ließ. Die Samen hatte Löchel von einem Italiener bekommen, der sie wiederum aus dem Urlaub in Anatolien mitgebracht hatte ... Und auch der Muskatkürbis von Gertrud Martini aus Speyer trifft den Geschmack der Jury, denn normalerweise sind sie kleiner, wussten die drei Hobbygärtner mit jahrzehntelanger Erfahrung zu berichten. Das Exemplar von Martini hatte einen Durchmesser von 30 Zentimetern und ist unser dritter Superlativ. Bei den „Exotischen“ gibt’s sozusagen einen doppelten ersten Platz – denn die Familie Hinssen aus Speyer hat sich sowohl mit einer Maracuja-Pflanze, als auch mit Kakis beworben. Das Besondere: Der 13-jährige Eric kümmert sich bei der Speyerer Familie um die Pflege der Pflanzen. Beim Stichwort Maracuja erinnert sich Guido Heil an einen Urlaub in Bolivien im Jahr 2000, wo seine Tochter arbeitete: „Dort haben sie Maracuja auf’s Brot geschmiert anstatt Butter.“ „Das ist eine schöne Blüte“, sagen die Juroren über die große gelbe Blüte, die einen Kaktus von Ursula Dislich aus Dudenhofen ziert. Sie bekommt den zweiten Platz in der Kategorie „Exotisch“ zugesprochen, der dritte Platz geht an Erwin Wacker aus Speyer, der Ende Oktober mit 100 Ochsenherztomaten das Herbst-Herz erfreute. Die Ochsenherzen waren schwer, der Rest der Ernte irgendwie ganz sonderbar gewachsen: „Die wussten wohl nicht, ob sie Männlein oder Weiblein werden wollten“, kommentierte Wacker. „Sowas habe ich noch nie gesehen“ – für Guido Heil aus Heiligenstein war schnell klar, dass Gotthard Eulitz aus Otterstadt mit seinem Kohlrabi mit Kindern auf der Liste der Kuriositäten stehen muss, er ist Erster. Der in Harthausen gewachsene „Bobbes-Apfel“ (man kann ihn auch herzig nennen) von Peter Uhrig aus Speyer gefiel der Jury ebenso gut (zweiter Platz im kuriosen Fach) wie die Dreier-Birne, mit der Günter Schneeweiß aus Otterstadt ins Rennen ging: „Immer drauf auf die Birne“ kommentierte er sein „Pfälzer Urgestein.“ Gerhard Birkle aus Dudenhofen hat schon den ganzen Sommer die Artikel über die achte RHEINPFALZ-Gartenolympiade studiert: „Man war vorab schon beteiligt“, erzählt er. Nicht nur ihm, auch Gerhard Hoffmann und Guido Heil hat die Auswahl gestern viel Freude gemacht. „Es sollen ja die züchterischen Erfolge dargestellt werden“, sagt Hoffmann – das sei gelungen, zumal, wenn man bedenke, dass dieses Jahr kein so einfaches Gartenjahr war. Und Guido Heil gefällt es „die Liebe zur Natur, die Liebe zum Garten“ zu sehen. Die Sieger bekommen am Dienstag, 29. November, 19 Uhr, Urkunden bei einem Abendessen verliehen. Die Einladungen schicken wir schriftlich zu. Einen Sonderpreis verleiht die Jury an die 48 Kinder der Protestantischen Kindertagesstätte Kastanienland in Mechtersheim – sie hatten sich mit einer Bildergeschichte über die Ernte eines 22-Kilo-Kürbisses an der Gartenolympiade beteiligt. Jedes Kind bekommt eine Nils-Nager-Brotdose. Allen Teilnehmern herzlichen Dank! Hat Spaß gemacht. Jetzt kann der Winter kommen.