Speyer An der Grenze zur Abstraktion
Die Ludwigshafener Galerie Lauth widmet ihre Sommerausstellung der Landschaftsmalerin Bettina Mauel. Der Titel „Moderne Landschaften“ deutet es an: Die Kölner Künstlerin malt Piktogramme nächtlicher Großstädte.
Ungefähr so, wie Bettina Mauel die Metropolen malt, bieten sie sich bei nächtlichem An- oder Abflug aus dem Flugzeug dar: Lichtpunkte, Lichterketten, Lichtflecken in der Schwärze der Nacht, farbige Muster in unendlicher Variation. Berlin wird so zu einem zartfarbigen Stern, der auf der Westseite etwas intensiver leuchtet als auf der Ostseite. Moskau ist ein weitmaschiges Raster mit verstreuten orangefarbenen Flecken darin, fast geometrisch. Umso organisch unregelmäßiger muten einige weiße Verkehrsadern an, die das Netz durchschneiden. New York bietet parallele Lichtbahnen zu beiden Seiten des Hudson. Manche Bilder sind nicht auf eine spezielle Stadt bezogen, sondern einfach nur helle Muster auf dunklem Grund. Die von Mauel verwendeten Acrylfarben legen sich wie ein dünner Film auf das sichtbar bleibende Gewebe. Hält man es gegen das Licht, scheint dieses zwischen den Fasern durch. Eine Vorliebe hat die Malerin für großräumigen Bildaufbau: keine Details, keine narrativen Beigaben wie Häuser, Bäume, Hecken. Wüsste der Betrachter nicht, dass nächtliche Städte das Thema sind, sähe er wohl kaum mehr als farbige Muster auf Schwarz. Ausstellung Zu sehen in der Ludwigshafener Galerie Lauth (Mundenheimer Straße 252) bis zum 17. September, montags bis freitags, 9 bis 13 und 14.30 bis 18.30 Uhr, sowie samstags, 10 bis 13 Uhr