Speyer / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Amtswechsel: Neue Kämpferin gegen Kriminalität

Amtswechsel bei der Polizeidirektion (von links): Uwe Giertzsch geht, Jacqueline Schröder übernimmt, Polizeipräsident Andreas Sa
Amtswechsel bei der Polizeidirektion (von links): Uwe Giertzsch geht, Jacqueline Schröder übernimmt, Polizeipräsident Andreas Sarter wünscht Glück.

Abschied und Neubeginn heißt es in der Polizeidirektion Ludwigshafen. Uwe Giertzsch hat zum 1. Oktober sein Büro für seine Nachfolgerin Jacqueline Schröder geräumt.

Die bisherige Leiterin der Polizeidirektion Pirmasens löst den 63-Jährigen ab, der die Ludwigshafener Direktion in den vergangenen vier Jahren leitete und in einem halben Jahr vollends in den Ruhestand wechselt. Nachdem sie als Verkehrsreferentin im Mainzer Innenministerium gearbeitet hatte, wurde Jacqueline Schröder 2022 zur Leiterin der Pirmasenser Polizeidirektion berufen. Uwe Giertzsch, der auf eine 44-jährige Berufslaufbahn zurückblickt, übte Führungsfunktionen in den Polizeiinspektionen Kaiserslautern, Speyer und Ludwigshafen aus.

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, Andreas Sarter, würdigte Giertzsch bei einer Feierstunde in Speyer als „Polizeiführer mit Leib und Seele“. Mit fünf Inspektionen, zwei Wachen und rund 600 Mitarbeitern, die für die Sicherheit von etwa einer halben Million Menschen zuständig seien, sei die Polizeidirektion Ludwigshafen die größte im Bereich des Präsidiums. Giertzsch habe in seiner Leitungsfunktion stets das „Ohr am Funk“ gehabt.

Trotz Möglichkeit zur Rente auf Posten geblieben

Zahlreiche Einsätze bei Fußballspielen auf dem Kaiserslauterer Betzenberg – auch während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 – habe Giertzsch absolviert. Dabei seien eine Menge an Überstunden angehäuft worden, die bereits vor einem Jahr einen Eintritt in den Ruhestand ermöglicht hätten. Doch Giertzsch habe auf seinem Posten bleiben wollen, um die Übergabe an seine Nachfolgerin zu regeln.

In seiner Abschiedsrede erinnerte der scheidende Polizist an eine brenzlige Lage im Jahr 2007, als er in Speyer einen Polizeieinsatz rund um eine Demonstration von Rechts inklusive Gegendemonstration zu koordinieren hatte. Dabei sei ihm beinahe die Kontrolle entglitten, räumte der 63-Jährige ein. An der Polizeidirektion Ludwigshafen lobte er vor allem den dort herrschenden Teamgeist.

„Gelebter Dienst an unserer Gesellschaft“

Auch seine 45-jährige Nachfolgerin bestätigte die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ sowohl in der Ludwigshafener Belegschaft als auch mit kommunalen Stellen. „Sicherheit ist ein Gemeinschaftswerk“, betonte Jacqueline Schröder, die Polizeipräsident Sarter als „hochmotivierte Führungskraft“ bezeichnete. Mit Schröder trete die erste Frau die Leitung der Polizeidirektion an. Sie trage auch überörtliche Verantwortung, indem sie führend an der landesweiten Entwicklung eines polizeilichen Leitbildes mitwirke.

Die Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) verwies in ihrer Ansprache mit Blick auf die Polizeidirektion auf den „gelebten Dienst an unserer Gesellschaft“. In Zeiten wachsenden Misstrauens gegenüber staatlichen Institutionen müsse sich die Polizei als „Ansprechpartnerin für die Menschen“ bewähren. Als ehemaliger Leiter der Polizeiinspektion Speyer bleibe Uwe Giertzsch dank seiner Verlässlichkeit, seiner Erfahrung und klugen Führung „in guter Erinnerung“ erklärte Seiler.

x