Speyer Alles wie erwartet

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Die SPD ist gestern Abend den letzten Schritt auf dem Weg zurück in den Stadtvorstand gegangen. Ihre Kandidatin Stefanie Seiler wurde zur neuen hauptamtlichen Beigeordneten gewählt. Die 31-Jährige ist damit Nachfolgerin von Frank Scheid (SWG). Die Grünen-Kandidatin, Irmgard Münch-Weinmann, hatte wie Scheid ebenfalls keine Chance.

Mit den Unterschriften unter dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD im Spätjahr 2014 war das Drehbuch für die Wahl gestern Abend im Stadtrat geschrieben. Dort ist vereinbart, dass der Beigeordnetenposten der SPD zufällt und die CDU unterstützt. Deshalb überrascht nicht das Ergebnis, sondern fällt nur auf, dass die Diplom-Soziologin nicht die volle Anzahl der Stimmen erhalten hat. Abgegeben wurden in geheimer Wahl 40 Stimmen. Bei CDU und Grünen fehlte je ein Fraktionsmitglied, bei der Wählergruppe waren es zwei. In der Urne lagen eine ungültige Stimme und vier Enthaltungen. Von den 35 gültigen Voten entfielen 23 auf Seiler, sieben auf Scheid und fünf auf Münch-Weinmann. Die Amtszeit der neuen Beigeordneten beginnt am 1. September. Alle drei Kandidaten haben sich vor dem Urnengang vorgestellt: Seiler kündigte an, sich aktiv, parteiübergreifend einbringen und ihr Amt „mit Leidenschaft“ ausüben zu wollen. Oben auf ihrer Agenda stünden unter anderem ein umfassendes Verkehrskonzept und das Beseitigen der Bodenverschmutzung durch die Firma Siemens. Münch-Weinmann versprach, das Amt mit Frauenpower und zielorientiert anzupacken. Scheid hätte in einer zweiten Amtszeit gerne noch von ihm begonnene Projekte zuende gebracht. Er akzeptiere den Wechsel als Folge geänderter Mehrheiten. Als „Farce“ bezeichnete Julia Kremp (SWG) die Wahl, weil sie keine sei. Heraus komme die teuerste Lösung für die Stadt. Es müsse Gehalt für die Nachfolgerin und Ruhestandsgeld für den Ausscheidenden bezahlt werden. Sie warb für ihren Parteifreund. Claus Ableiter (BGS) bezifferte die zu erwartenden Kosten auf „über 120.000 Euro jährlich“ und hätte mit seinem Aufruf, keinen Kandidaten zu wählen, fast einen Eklat produziert. OB Hansjörg Eger (CDU) entzog ihm das Wort, weil er keinen Kandidaten vorschlug oder sich für einen Bewerber aussprach. Wolfgang Förster (Linke) und Reinhard Mohler (parteilos) kündigten an, sich der Stimme zu enthalten. „Ich bin überglücklich“, sagte die Wahlsiegerin nach der Auszählung. Jetzt wolle sie die Mitarbeiter kennenlernen, sich in Themen einarbeiten und „meinen Vorgänger fragen, ob es eine Übergabe gibt“. Von einer „interessanten Erfahrung“ sprach Münch-Weinmann. „Ich bin nicht enttäuscht“, betonte sie auf Anfrage der RHEINPFALZ. Frank Scheid kommentierte:„Frau Seiler gratuliere ich zu ihrem Wahlerfolg. Auf sie warten ein interessanter und spannender Aufgabenbereich mit engagierten, motivierten Mitarbeitern und eine freundliche Arbeitsatmosphäre, die ihr einen Start ins anspruchsvolle Amt erleichtern werden.“ (ell) ZITIERT: „Das ist die nächste Herausforderung.“ Die gerade gewählte  Beigeordnete Stefanie Seiler (SPD) mit Blick auf ihren Babybauch. Der Nachwuchs wird für 2. April erwartet.  „Sie können mit  Ja abstimmen,  Stimmzettel leer ist Enthaltung, Stimmzettel irgendwie anders markiert, ist ungültig.“ OB Hansjörg Eger (CDU) erklärt den  Ablauf  des Wahlvorgangs.  „Ich habe ihr gratuliert und viel Erfolg bei der  Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewünscht.“Irmgard Münch-Weinmann (Grüne) auf die Frage, was  sie zur Siegerin gesagt hat. (ell) MEHR ZUM THEMA:

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