Speyer Alles, was Spaß macht

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Das Gitarrenduo „Father and Son“, das – wer hätte es gedacht – tatsächlich aus Vater und Sohn, nämlich Dieter und Lukas Wetzel, besteht, hat am Freitagabend in der Speyerer Johanneskirche ein Konzert mit Musik von Country bis Rock, von den 60er Jahren bis zur Gegenwart gegeben.

Es war ein Konzert zum Wohlfühlen – mit Musik, die die meisten kennen und lieben, vorgetragen von Zweien, die es können und die offensichtlich sehr gerne miteinander spielen und singen. Wie entspannt und harmonisch die beiden miteinander umgehen, konnte man sehen und hören. Keiner ist offenbar der Chef des andern, Leadsänger ist mal der eine, mal der andere, und instrumental kommt es eh aufs Zusammenspiel an. „Akustisch und handgemacht“ – so steht es auf ihrem Plakat, und so ist auch die Musik. Dieter Wetzel kommt aus Scheibenhardt im tiefsten Süden der Pfalz, das kann man auch deutlich an der Sprache hören, während es Lukas mittlerweile ins Schwabenland verschlagen hat – auch das kann man hören, ab und an. „Heart Of Gold“ von Neil Young war das Eröffnungslied, und schon war man mitten in den 70ern. „Riding My Thumb To Mexico“, ein Country-Klassiker aus den 70ern, „Life’s Highway“ aus den 80ern, „Postcard From Princess“, ein Countrysong aus Kanada, aber auch sehr viel jüngeres, wie „Chasing Cars“ von Snow Patrol, dazwischen Deutsches von Marius Müller-Westernhagen und Thomas D. – es war alles zu hören, was Spaß macht, wozu man klatschen oder gar ein bisschen den Refrain mitsingen oder -summen kann. Das konnten auch irische Trinklieder sein wie „Whisky In The Jar“ oder Herzschmerzballaden („First Cut Is The Deepest“), und manchmal steigerten sich die beiden mit den Zuhörern in rasende Geschwindigkeiten hinein. Neben den akustischen Gitarren spielt Dieter Wetzel auch Banjo, Mundharmonika und Mandoline. Beide haben ähnliche, aber nicht gleiche Bariton-Stimmen, die gut zusammen klingen, wenn es mehrstimmig wird. Ungefähr in der Mitte des Konzerts wurde es ganz pfälzisch: „Country Roads“, der Heimat-Song von John Denver, bekam von Dieter Wetzel einen pfälzischen Text und wurde in „B10“ umbenannt: „Bundesstrooß, bring mich hääm, ich will hääm, in die Siedpalz, durch de Bienwald ...“. Das hat glatt das Potential zu einer Südpfalz-Hymne – fand jedenfalls das Publikum und sang mit. Inzwischen war sowieso eine Art Verbrüderung zwischen oben, den Bühnenkünstlern, und unten, den Zuhörern, geschehen. Sehr viel begeisterten Beifall gab es. Und drei Zugaben.

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