Speyer „Alle Häuser in unserem Dorf sind kaputt“

Mitglieder des Nepalkreises der katholischen Pfarrei Dudenhofen bitten um Spenden für Nepal. Ein Erdbeben hat am Samstag große Zerstörung mit sich gebracht. Etwa ein Viertel der Bevölkerung Nepals hat unter den Folgen des Bebens und der Nachbeben zu leiden.
Die katholische Pfarrei Dudenhofen unterstützt durch den Nepalkreis und die Sternsingeraktion der Messdiener seit mehr als zehn Jahren ein Bildungsprojekt in der Hauptstadt Kathmandu. Der Kreis arbeitet mit der Organisation CDS – Child Development Society – zusammen. „Vom CDS-Vorstand erreichen uns alarmierende Nachrichten über die katastrophalen Zustände vor Ort. Menschen wurden verschüttet, viele sind verletzt und obdachlos, ganze Dörfer sind zerstört, Schulgebäude eingestürzt“, heißt es in einem Flyer, den die Mitglieder und Freunde des Nepalkreises seit gestern in Dudenhofen verteilen und den Christine Verneau und Jutta Zürker auch an die RHEINPFALZ weitergeleitet haben. Darin stehen auch bewegende Worte der 20-jährigen Kanchan Dulal aus Kathmandu, die im vergangenen Jahr einige Wochen in Dudenhofen gewohnt hat. Sie schreibt in einer E-Mail an den Nepalkreis: „Wir hier sind gut, aber sehr traurig! Alle Häuser in unserem Dorf sind jetzt kaputt! Schulen stehen nicht mehr! Leute sterben ohne das Essen! Dann regnet es noch. Noch Erdbeben! Niemand in Nepal schläft zu Hause. Sowas habe ich nie gesehen! 5000 Leute tot! Papa meinte, dass er jetzt was zum Essen zum Dorf schickt! In Kathmandu ist es nicht so schlimm wie im Dorf! So traurig und hilflos war ich nie! Die armen Leute haben jetzt nichts zu essen, nirgendwo zu leben! Alle unsere Tempel und historischen Orte sind zerstört. Die Kinder fürchten sich und wir alle schlafen auf der Straße zusammen! Also viele liebste Grüße an ganz Dudenhofen! Eure Dulal Familie“ Christine Verneau vom Nepalkreis berichtete gestern, dass die Schule, die die Dudenhofener unterstützen, nicht so stark beschädigt worden sei. In dieser Schule werden Kinder und Vorschulkinder aufgenommen, deren Eltern die Gebühr für den Schulbesuch ansonsten nicht aufbringen könnten, erzählt sie. Die Dudenhofener unterstützen, wie berichtet, auch eine Frauengruppe direkt. Der Vater von Kanchan, Krishna Dulal, ein Mitglied des CDS-Vorstands, hat Fotos von zerstörten Gebäuden – „den geliebten Schulen“, wie er schreibt, gemacht und an die Dudenhofener geschrieben: „Es ist eine sehr traurige Situation in Nepal.“ (snr)