Speyer „Ajo“ als erstes pfälzisches Wort

Bedanken sich mit einem Konzert: die Kinder aus Weißrussland.
Bedanken sich mit einem Konzert: die Kinder aus Weißrussland.

Zum 28. Mal verbringen Kinder aus dem weißrussischen Luninez ihre Ferien in Römerberg. Dem Tschernobyl-Kreis um Initiator Paul Neumann ist es auch in diesem Jahr gelungen, 33 Kinder und vier Betreuer zur Erholung aus dem Gebiet zu holen, das bis heute von Auswirkungen der Reaktorkatastrophe 1986 im ukrainischen Tschernobyl betroffen ist. Bis zum 15. August sind die Weißrussen noch in der Pfalz.

„So viel Wasser wie in diesem Jahr haben wir noch nie verbraucht“, sagte Mitorganisatorin Gunda Lindler. Seit Ankunft der Reisegruppe am 24. Juli habe es nur heute geregnet, erzählte sie Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU). Er hatte am Mittwochabend zum Essen ins katholische Pfarrheim nach Berghausen eingeladen. Zuvor sagten die Acht- bis 13-Jährigen musikalisch Danke für das abwechslungsreiche Programm. Lediglich an Gasteltern hapere es noch, berichtet Neumann. „Drei Kinder brauchen noch Gasteltern“, sagt er. Unter der Woche wohnen alle im Berghausener Pfarrheim. „Die Wochenenden sollen sie in deutschen Familien verbringen“, weist Neumann auf das bewährte Konzept hin. „Ajo“, sagt Liena, mit acht Jahren die jüngste der Gruppe, ihr erstes pfälzisches Wort. Aber auch „Guten Tag“ und „danke schön“ kommt ihr leicht von den Lippen. Die zehnjährige Dania singt sogar den Refrain eines Kirchenlieds auf Deutsch. Auch die Betreuer beherrschen die Sprache ihrer Gastgeber gut. Igor Sokol ist bereits zum 16. Mal dabei. Auch Svetlana Kusmits, Tatjana Platsinskaja und Nikolaj Wietschorko können sich einen Sommer außerhalb von Römerberg nicht mehr vorstellen. „Wir hoffen, dass wir weitermachen können“, sagt Neumann. Überlegungen, die jährlichen Erholungsaufenthalte einzustellen, seien vom Tisch. „Das 30. Mal wollen wir schaffen“, sagt Neumann und ist hinsichtlich finanzieller Förderung und Spenden zuversichtlich. Das Land unterstütze die Aktion mit 52 Euro pro Kind. Auch die Ortsgemeinde beteiligt sich: Scharfenberger brachte einen Umschlag mit. „Das Geld soll helfen, dass es weitergeht“, betonte er. „Wir sind von Anfang an ein ökumenisches Projekt“, betonte Neumann. Bettina Beyerle, Pfarrerin der protestantischen Kirche in Römerberg, isst gemeinsam mit katholischen Kollegen, Kommunalpolitikern, Mitgliedern des Tschernobyl-Kreises, Gasteltern, Spendern und den Kindern aus Luninez. „Ajo“, sagt Liena auf die Frage, ob ihr das Hühnchen schmeckt. Kontakt Bürger, die Kinder am kommenden und am darauffolgenden Wochenende aufnehmen können, sollen sich bei Paul Neumann unter Telefon 06232 82993 melden.

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