Speyer Ab nach Amerika

Auf eine Zeitreise von „hiwwe“ nach „driwwe“ will die Gruppe New Paltz die Zuhörer am Samstag, 22. November, 18 Uhr, in Dudenhofen mitnehmen.
Zwischen 1683 und 1776 verließen zehntausende Pfälzer, viele Hessen, Schwaben, Elsässer und Schweizer ihre Heimat, um in Amerika ihr Glück zu suchen. Aus dem Land trieben sie Missernten, Angst vor Kriegen, religiöse Verfolgung oder wirtschaftliche Not. Kurz vor Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs (1776 bis 1783) lebten über 100.000 Deutsche im Bundesstaat Pennsylvania, dort stellten sie ein Drittel der Gesamtbevölkerung. In einer Region westlich von Philadelphia – dem heutigen „Pennsylvania Dutch Country“ – blieben sie weitgehend unter sich und prägten die Gegend nachhaltig. Die Gruppe „New Paltz“ – das sind Michael Werner (Gitarre, Mandoloncello, Banjo, Gesang), Sprachwissenschaftler und Herausgeber der deutsch-pennsylvanischen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“, Uwe Volk (Konzertina, Gitarre, Percussion, Gesang), Adelheid Hillner (Mandoline, Akkordeon, Gesang) und Josef Rill (Kontrabass, Percussion, Gesang) – erzählt die Geschichte dieser Auswanderung. Die vier New-Paltz-Mitglieder aus Ober-Olm, Eppstein und Schifferstadt zitieren aus Originaldokumenten und lesen Texte der „Pennsylvaniadeutschen“ vor – und außerdem gibt’s Musik von drüben. Nicht zu kurz kommen soll der Blick auf das, was deutsche Pfälzer mit den amerikanischen Pfälzern auch nach 300 Jahren Trennung noch verbindet. Die Idee für die Gründung der Band hatte der Sprachwissenschaftler Michael Werner bei der Arbeit. „Ich habe über pennsylvanisch-deutsche Sprache promoviert. Bei späteren Vorlesungen habe ich festgestellt, dass man die dahinter stehende Geschichte mit Liedern viel lebendiger erzählen kann“, blickte er auf die Anfänge der Gruppe New Paltz 2011 zurück. Die Band tritt seitdem vier- bis sechsmal im Jahr bei Veranstaltungen in der Pfalz auf. (rhp)