Speyer
36-Jähriger Speyerer vor Gericht: Hat er im Keller Drogen gekocht?
Weil in der Nähe der verbotenen Substanzen, die in der Wohnung des 36-Jährigen Speyerers gefunden wurden, auch ein Baseballschläger sichergestellt wurde, lautet die Anklage für den 36-Jährigen bewaffneter Handel mit Betäubungsmitteln und Cannabisprodukten. Wegen der gleichen Delikte ist der 37 Jahre alte Neffe des 36-Jährigen angeklagt.
Die Durchsuchung der Wohnung gehörte zu umfangreichen Ermittlungen der Polizei, in deren Mittelpunkt Zwillinge aus Speyer standen, die in Drogenkreisen als „Twins“ bekannt gewesen sein sollen. Ein Auslöser für diese Ermittlungen war die Aussage eines 29-jährigen Speyerers, der im vergangenen Jahr von einer anderen Kammer des Landgerichts Frankenthal wegen Drogengeschäften zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden war. Die „Twins“, die Drogen hergestellt und verkauft haben sollen, sind in Untersuchungshaft, ihr Prozess soll nach Informationen der RHEINPFALZ demnächst beginnen.
Chemikalien gefunden
In dem zur Speyerer Wohnung des 36-Jährigen gehörenden Keller hat die Polizei unter anderem Chemikalien und andere Materialien gefunden, die zur Herstellung synthetischer Drogen benötigt werden, sowie eine Anleitung zum Kochen von Drogen. Der Besitz dieser Dinge ist nicht strafbar, deshalb werden sie in der Anklage von Staatsanwältin Gabriele Werner nicht aufgeführt.
„Wurden bei Ihnen Drogen gekocht“, frage der Vorsitzende Richter Uwe Gau den 36-Jährigen, der sich im Gegensatz zu seinem ein Jahr älteren Neffen zu den Vorwürfen der Anklage äußerte. „Nein“, lautete die Antwort. Nach Angaben von Gau hat der 29-Jährige, der im vergangenen Jahr verurteilt wurde, ausgesagt, er habe gesehen, dass bei dem 36-Jährigen gekocht wird. „Da wohnen zwei Kafrusen, beide sind drogenabhängig und tun Drogen kochen“, zitierte Gau aus der Aussage des 29-Jährigen. Nach einigem Hin und Her sagte der 36-Jährige, die Utensilien würden den „Twins“ gehören. Die seien in den Monaten vor der Wohnungsdurchsuchung mit seinem Neffen in Spanien gewesen.
Sowohl Onkel wie Neffe sagten, dass sie seit vielen Jahren „kiffen“. Der 36-Jährige gab an, zeitweise auch Amphetamin konsumiert zu haben. Außerdem haben beide gemeinsam, dass sie Lehren nicht abgeschlossen, nur zeitweise Gelegenheitsjobs gemacht und vorübergehend auf der Straße gelebt haben. Der 36-Jährige berichtete außerdem, dass er an Schizophrenie erkrankt ist.
„Von dem Hasch und dem Gras wusste ich nichts“, so der 36-jährige Mieter der Wohnung. Die Polizei hat in einem Hängeschrank 380 Gramm Haschisch und knapp 397 Gramm Marihuana gefunden. Er wisse nicht, wer das in den Hängeschrank gelegt habe. Er sei in den Wochen vor der Durchsuchung der Wohnung auf Montage gewesen, habe sich nur an den Wochenenden in der Speyerer Wohnung aufgehalten. Sein Neffe habe in dieser Zeit in der Wohnung gelebt und habe immer mal wieder Besuch von den „Twins“ bekommen.
Von Polizei abgehört
In der Wohnung wurden außerdem 86 Gramm Amphetamin gefunden. Erst sagte der 36-Jährige, das „Pep“ gehöre ihm, dann sagte er, es gehöre einem Freund, der es bei ihm gebunkert habe. Das habe der schon öfter gemacht, als Dank dafür dürfe er sich „Pep“ für seinen eigenen Konsum wegnehmen. Auf Frage von Gau nannte der Angeklagte nur einen Vornamen, keinen Nachnamen des Freundes. Nachdem Gau aus Telefonaten vom Handy des Angeklagten zitierte, das von der Polizei abgehört worden war, sagte der 36-Jährige, dass er manchmal etwas von dem Amphetamin verkauft habe.
Die Verhandlung wird am Dienstag, 25. Februar, 9.30 Uhr, fortgesetzt. Dann soll unter anderem der 29-Jährige als Zeuge aussagen.