Speyer 120 E-Mails mit dem Reich der Mitte

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Dudenhofen. Obwohl wegen Regens abgebrochen, war auch das gestrige Finale der mit Radsportlern aus 20 Nationen so gut wie nie beschickten internationalen Bahnentournee ein Erfolg. Dieter Landry, ihr Cheforganisator seit 1993, hat sie mit etwas Wehmut und wohl auch etwas Erleichterung organisiert: Die 63. war seine letzte.

„Ich will einen ordentlichen Nachfolger und eine ordentliche Bahn hinterlassen“, sagte er, im Innern der „Badewanne“ wie immer auch mit dem Ablauf des Schlussveranstaltung beschäftigt. Er betonte, „dem Radfahrer-Verein Dudenhofen selbstverständlich erhalten zu bleiben, bloß halt eben als Gesamtorganisator der Tournee nicht mehr“. Landrys Nachfolge tritt vermutlich sein Organisationsassistent Nick Salmon vom selben Verein an. Das mit der „ordentlichen Bahn“ bezog sich auf die Generalüberholung der 250-Meter-Zementpiste nach der letzten Jahresveranstaltung, dem Dudenhofener internationalen Sprint- und Omnium-Meeting unter Flutlicht am Freitag/Samstag, 28./29. August. Nick Salmons Sohn Martin Alexander (18) gehörte zwar gestern nicht zu den Siegern. Aber er dürfte trotzdem sehr zufrieden gewesen sein. Der deutsche Meister 2013 im Einer-Straßenfahren der Unter-17-Jährigen und Mitglied des U19-Nationalkaders des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gewann am Pfingstsonntag in Karbach/Spessart das fünfte Junioren-Straßenrennen nacheinander – trotz einer vor einigen Wochen gebrochenen linken Hand. „Bahnfahren macht Spaß“ versicherte er. „Man kann auch besser trainieren als auf der Straße.“ Sein großes Ziel für 2015 sei dennoch die Straßen-Weltmeisterschaft in Richmond/US-Staat Virginia vom 19. bis 27. September. Kubaner traten gestern erstmals in Dudenhofen an. Lisandra Guerra (28) trainierte im Schweizer Radsportzentrum Aigle mit René Schmitt und wechselte mit ihm nach Cottbus. Die panamerikanische Meisterin gehört zur Weltelite des Bahnsprints. Dazu zählen auch die Chinesen, ebenfalls erstmals in der „Badewanne“ am Start. Das Engagement der Frauen Jian Wenwen, Gong Jinjie, Zhong Tianshi und der Männer He Ke, Bao Saifei und Xu Chao gestaltete sich nicht einfach. Nick Salmon: „Die Bürokratie, die Bürokratie.“ Sage und schreibe 120 Mails seien zwischen ihm in Dudenhofen und China gewechselt worden, dazu einige SMS. Das Sextett aus dem Fernen Osten, für die Bahnentournee in einem Bruchsaler Hotel untergebracht, fährt ab dieser Woche in Frankreich und später in Cottbus. „Die Stimme von Dudenhofen“ kam auch gestern für einige Stunden aus der Gegend von Gelsenkirchen. Wie seit 15 Jahren kommentierte Dirk Lunk (53) die Geschehnisse. Der Platz des Bahnsprechers mit dem großen Archiv an Neuigkeiten, Althergebrachtem und Fahrerpersonalien ist immer unterm Dach des Radfahrer-Vereinsheims. Der ehemalige Rennfahrer betreibt das Kommentieren als Hobby. Zweimal jährlich tut er das in Dudenhofen. „Ich krieg’ nur Aufwandsentschädigung dafür“, sagte er.

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