Blieskastel / Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Zieht Biosphärenhaus ins frühere Internat auf dem Schlossberg?

Das weiße Internatsgebäude auf dem Schlossberg-Plateau thront hoch über der Stadt Blieskastel.
Das weiße Internatsgebäude auf dem Schlossberg-Plateau thront hoch über der Stadt Blieskastel.

Auf dem Blieskasteler Schlossberg mit dem früheren Internatsgebäude wird eine neue bauliche Gesamtlösung für die dort ansässigen Schulen gesucht. Das neue Konzept soll auch die barocke Orangerie mit umfassen.

Sogar das geplante Biosphärenhaus als zentrale Informations- und Anlaufstelle für Bliesgau-Touristen könnte in dem Internatsgebäude untergebracht werden. Dies deutete Kreisschulverwaltungsleiter Hans-Peter Engel am Rande der Kreistagssitzung am Dienstagabend, 14. Dezember, an. Am Donnerstag, 16. Dezember, wird sich der Blieskasteler Stadtrat mit dem Projekt „Entwicklung des Schlossbergs Blieskastel“ beschäftigen. Die Stadtratskoalition aus SPD und Grünen will beantragen, dass die Stadt in Abstimmung mit dem Kreis eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung des barocken Gebäudeensembles um das frühere Internat in Auftrag gibt. Letzteres wurde auf jenem Felsplateau hoch über Blieskastel errichtet, auf dem sich einst das in der Französischen Revolution niedergebrannte Residenzschloss der Grafen Von der Leyen erhoben hatte.

Der Saarpfalz-Kreis beabsichtigt, das einstige Internatsgebäude endgültig aus der schulischen Nutzung herauszunehmen. Letztere soll künftig in den Häusern nördlich der Schlossbergstraße zusammengeführt werden. Diese Gebäude müssten über Jahre hinweg saniert und erweitert werden. SPD und Grüne in Blieskastel begrüßen den Plan, „da mit diesem Konzept das historische Ensemble des Von-der-Leyen-Gymnasiums erhalten bleibt und der Charakter der Schule gewahrt wird“. So begründen der SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Jesel und sein Grünen-Kollege Lukas Paltz ihren Antrag an den Stadtrat.

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In Blieskastel will man den Historischen Verein und den Kulturstammtisch in die Vorbereitungen mit einbinden. Die Machbarkeitsstudie soll ausloten, wie das ehemalige Internat und sein Umfeld mit dem Gymnasium sowie der Förder- und der Grundschule „in Wert gesetzt“ werden könnten. Aus vier ersten Vorschlägen hat der Bauausschuss des Saarpfalz-Kreistages inzwischen die sogenannte Variante 2a ausgewählt. Diese, so sagt Hans-Peter Engel, konzentriere sich auf die nördliche Seite der Schlossbergstraße mit den zu sanierenden historischen Hofratshäusern aus der Von-der-Leyen-Zeit.

„Vor vier Jahren musste dort ein Gebäudeteil gesperrt werden, als Statikprobleme entdeckt wurden“, erläutert Engel. Nun gelte es ein umfassendes „Quartierskonzept“ für das historische Blieskasteler Stadtviertel zwischen Schlosskirche und Orangerie auf den Weg zu bringen. Die bundeseigene Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) soll das Vorhaben fördern. „Vor einigen Jahren wurde der Kostenaufwand auf etwa 25 Millionen Euro geschätzt“, meint Engel, dass diese Zahl angesichts drastisch gestiegener Kosten am Bau „heute wohl nicht mehr zu halten“ sei.

Unesco pocht auf Ansiedlung eines Biosphärenhauses

Einstimmig beschloss der Kreistag in seiner Videositzung am 14. Dezember, dass die genannte Ausbauvariante 2a weiter vorangetrieben werden soll. Das ehemalige Internatsgebäude könnte nach Ansicht des Amtsleiters der Kreisverwaltung künftiger Standort des Biosphärenhauses werden. Dessen Ansiedlung in den nächsten Jahren wird von der UN-Kulturorganisation Unesco zwingend verlangt, damit der Bliesgau seinen renommierten Status als weltweit anerkanntes Unesco-Biosphärenreservat dauerhaft behalten darf.

Achim Jesel und Lukas Paltz empfehlen, in den kommenden Jahren für das frühere Internat „neben der verbleibenden Nutzung beispielsweise durch die Kreisvolkshochschule“ weitere Einsatzmöglichkeiten als Kulturstandort, vor allem aber als Museum zu suchen. Immerhin habe etwa das Blieskasteler Stadtarchiv viele archäologische Funde und regionalgeschichtliche Dokumente in seiner Sammlung, „die geradezu nach einer Ausstellung schreien“. So ließe sich die „Inwertsetzung der umgebenden historischen Gebäude auf dem Schlossberg“ mit einer musealen „touristischen Erschließung der Fundamente der Burg Blieskastel aus dem 11. Jahrhundert und des Von-der-Leyen-Schlosses“ verbinden.

Blick auf das Von-der-Leyen-Gymnasium (vorn) und die Hofratshäuser in der Schlossbergstraße.
Blick auf das Von-der-Leyen-Gymnasium (vorn) und die Hofratshäuser in der Schlossbergstraße.
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