Saarbrücken / Homburg
Wintercafé macht im November wieder auf
Der saarländische Ministerrat hat die Verlängerung der Winteraktion verlängert. Die erste Ausgabe der Aktion fand im vergangenen Winter statt, Sozialminister Magnus Jung betont: „Die erste Ausgabe der Winteraktion war ein großer armutspolitischer Beitrag - das bestätigt auch die wissenschaftliche Evaluation“. Vor allem die Besucher der Wintercafés haben das Konzept positiv bewertet, weil vor Ort soziale Teilhabe und materielle Entlastung Hand in Hand gehen, so die Pressestelle des Saar-Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit. Als Starttermin der kommenden Winteraktion ist November, als Endtermin der März kommenden Jahres angegeben. „Langfristiges Ziel der Landesregierung ist eine strukturelle und quartiersbezogene Armutsbekämpfung. Wir möchten dauerhafte Hilfsstrukturen aufbauen, um die Armut im Saarland zu verringern“, so Jung weiter.
Zunächst war der Andrang verhalten
Wie so ein Wintercafé den Menschen vor Ort hilft, stellte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im vergangenen Winter in Homburg-Erbach unter Beweis. Das Wintercafé-Angebot richtete sich vor allem an Bedürftige, neben Suppe, Kaffee und Kuchen waren es die Begegnungen der Menschen, der Austausch über Sorgen, Probleme, Nöte und Privates. Vor allem das soziale Miteinander, die Begegnungen machten das Angebot besonders, sagten beim RHEINPFALZ-Besuch im Februar Susanne Kanzler und Gabi Mayer. Sie organisierten hauptamtlich die Arbeit des Wintercafés, eine Gruppe Ehrenamtlicher half bei der Arbeit mit.
Im Frühjahr waren es vor allem die Folgen der Corona-Pandemie, die Inflation und letztlich die Energiekrise, die den Menschen - vorrangig jenen mit kleinem Geldbeutel - stark zu schaffen machten. Als das Café im November 2022 eröffnete, waren die Gäste noch sehr zurückhaltend. Mayer und Kanzler erinnern sich, dass die Leute unter sich blieben. Mit der Zeit haben die Besucher jedoch Vertrauen ins Angebot gefunden, sind untereinander immer mehr ins Gespräch gekommen. Heute, knapp fünf Monate nach Ende der ersten Winteraktion, bestätigt Kanzler diese Entwicklung erneut im RHEINPFALZ-Telefonat. „Das Angebot in Erbach wurde super genutzt. Und mit der Zeit kamen immer mehr Leute“, erinnert sich Kanzler. Das große Ziel, die Leute aus ihren Wohnungen zu bekommen, sie zusammenzubringen ist aufgegangen.
Wintercafé soll in die Innenstadt umziehen
In Erbach soll im kommenden Winter allerdings kein Wintercafé mehr eröffnen. Das heißt jetzt aber nicht, dass es ein solches Angebot seitens der Awo gar nicht mehr in Homburg gibt. „Wir sind derzeit in Gesprächen, das Wintercafé in die Innenstadt zu verlegen“, kündigt Kanzler an. Konkret soll mit dem Verein Saarkult zusammengearbeitet werden. Der Verein arbeitet seit längerem im gemeinnützigen Bereich, die Awo will sich ihm fürs Wintercafé anschließen und einen Tag in der Woche die Arbeit übernehmen. Das Wintercafé würde damit in die Homburger Eisenbahnstraße umziehen, in ein Gebäude das zwischen dem Parkplatz Enklerplatz und der Fußgängerzone steht.