Homburg / Neunkirchen / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Homburg und vier Saar-Städte ihre Innenstädte aufmöbeln wollen

Vielleicht wird in den Räumlichkeiten für Homburgs junge Leute auch eine Discokugel am Start sein. Unter anderem dorthin sollen
Vielleicht wird in den Räumlichkeiten für Homburgs junge Leute auch eine Discokugel am Start sein. Unter anderem dorthin sollen die 200.000 Euro gehen, die Homburg vom Land für seine Innenstadt bekommen hat.

Freizeitangebote für Jugendliche oder ein Krimi-Festival. Damit wollen fünf Städte im Saarpfalz-Kreis mehr Besucher anziehen. Dafür gibt’s eine Förderung vom Land.

Im Herbst ist das landesweite Förderprogramm für Kommunen zur Stärkung des saarländischen Einzelhandels gestartet. Unter dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich für fünf Städte erst mal eine gute Nachricht: Unter anderem Homburg, Neunkirchen und Püttlingen bekommen eine Förderung vom Land für ihre Projekte, die sie dieses Jahr angehen wollen.

Homburg bekommt von den 900.000 Euro, die für alle fünf Städte insgesamt zur Verfügung steht, 200.000 Euro. Damit möchte Dagmar Pfeiffer vom Amt für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vor allem etwas für junge Leute tun. Denn: „Viele junge Leute finden nichts in der Stadt“, sagte sie schon im Januar im RHEINPFALZ-Gespräch, als sie ans Planen fürs Projekt ging. Einige Lokale, Bars oder Kneipen, wie das „Cash“ auf dem Christian-Weber-Platz in der Nähe des H&M gibt es zwar noch in Homburg. Aber die machen oft auch am Wochenende gegen 22 Uhr die Schotten dicht.

Räume für Konzerte, Partys oder Treffen

Das möchte Dagmar Pfeiffer ändern und will Räumlichkeiten anmieten, in denen Konzerte oder Partys über die Bühne gehen können – oder, in denen sich junge Leute, Studenten und Partywütige sich einfach treffen können. Denn von solchen Treffpunkten gebe es einfach zu wenige in der Stadt. In ihrer Jugend war das noch anders, erzählte Pfeiffer. Damals hätte sie sich mit ihren Freunden kaum entscheiden können, wo sie denn hingehen sollten – weil es eben so viel Auswahl gab. Heute sieht das ganz anders aus.

Dazu möchte die Stadt eine Studie in Auftrag geben, wie ein existierender Leerstand bespielt werden kann. Der Homburger Jugendbeirat, die verschiedenen Jugendzentren sowie die Vereine sollen dabei von Anfang an in das Projekt miteinbezogen werden. Zudem wird die Stadt eine Software für ihr Leerstands- und Ansiedlungsmanagement entwickeln lassen, um freiwerdende Immobilien schnell nachvermieten zu können.

In Neunkirchen wird es kriminell

Auf besondere Erlebnisse setzt auch Neunkirchen. Davon sprach auch Wirtschaftsminister Jürgen Barke im Herbst 2023, als das Förderprogramm an den Start ging. „Der stationäre Einzelhandel hat gute Zukunftschancen, wenn wir den Menschen besondere Erlebnisse vor Ort bieten können“, sagte er. Das hat sich Neunkirchen auf die Fahne geschrieben und möchte in der Innenstadt ein zweiwöchiges Kriminal-Tango-Festival steigen lassen. Die Schauplätze: der lokale Einzelhandel, Gastronomiebetriebe und leerstehende Gebäude. Zum Festival zählen auch geführte Krimi-Stadtspaziergänge mit Stationen in Läden und Geschäften, Lesungen, Krimidinner in Restaurants, Cafés und im Weinhandel.

Projekte sollen Innenstädte beleben

Wirtschaftsminister Barke sagte, dass alle Projekte, die gefördert werden, „die Innenstädte und Ortskerne neu beleben werden und die Lebensqualität der Menschen vor Ort steigern“. Er möchte die Städte wieder „zu lebendigen Anziehungspunkten“ für die Bürger machen.

Das versucht auch die im Regionalverband Saarbrücken gelegene Stadt Püttlingen. Die Stadt möchte mit dem Geld unter anderem einen Social Media Manager einstellen. Zudem soll ein großer, multifunktionaler Raum für neue Ideen mit integrierten Verkaufsflächen für kleine Manufakturen und Start-ups entstehen. Dadurch können beispielsweise Kreativschaffende oder Unternehmen schneller für den Standort gewonnen werden. Eine entsprechende Stadtmarketing-Kampagne sei bereits in Planung.

Auch gefördert werden Projekte in Saarlouis und St. Wendel. Das Landesprogramm soll bis 2028 laufen. Bis 2025 stehen insgesamt 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Ein zweiter Projektaufruf soll im Sommer 2024 erfolgen.

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