Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Homburg mit 28 Kommunen das Radfahren sicherer machen will

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Auch in der Unteren Allee neben dem Amtsgericht sollte in Homburg eine Fahrradzone eingerichtet werden. Das Projekt scheiterte Anfang des Jahres – trotzdem geht die Stadt das Thema Fahrradsicherheit an. Zusammen mit 28 Kommunen.

29 Saar-Kommunen haben die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) im Saarland gegründet. Was sie erreichen möchten – und was Homburg vorhat.

Schon des Öfteren hat das Thema sicherer Fahrradverkehr in Homburg einen Weg in den Stadtrat gefunden. So sollten zum Beispiel Fahrradzonen in der Oberen und Unteren Allee eingerichtet werden – das Vorhaben scheiterte, die Mehrheit der Ratsmitglieder war Anfang des Jahres dagegen. Das Thema sicheres Radfahren wird aber wohl immer aktuell bleiben – die Unfälle, durch die Radfahrer oft schwer verletzt werden, häufen sich. Erst am Dienstag hat ein 54 Jahre alter Mann in Ottweiler bei einem Zusammenprall mit einem Auto sein Leben verloren. Dieses Unfallrisiko möchte die Stadt Homburg zusammen mit 28 anderen Kommunen möglichst klein halten.

Um ihrem Ziel, das Radfahren im Straßenverkehr sicherer und angenehmer zu machen, näherzukommen, haben sich 29 Saar-Kommunen zusammengeschlossen. Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) soll einen besseren Austausch, etwa in Sachen Planung von Radwegen, zwischen den einzelnen Gemeinden ermöglichen. Die Arbeitsgemeinschaft möchte auch dafür sorgen, dass die Kommunen und Kreise die Fördergelder gezielter einsetzen können. Hinsichtlich dieser Fördermittel kündigte Mobilitätsministerin Petra Berg (SPD) in der Sitzung an, dass das Ministerium den Eigenanteil der Kommunen beim Bundesförderprogramm „Stadt und Land“ vorübergehend komplett übernimmt. Das Land zahlt also den Anteil der Kommunen, während diese nur die Flächen zur Verfügung stellen, jedoch kein eigenes Geld. Damit könnten Kommunen zum Beispiel Fahrradzonen einrichten, Schutzstreifen schaffen oder Fahrradständer aufstellen.

Jedes Jahr 200.000 Euro für die Arbeitsgemeinschaft

Für die Förderung stehen noch knapp 3,25 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Bis zum 15. Oktober haben die Kommunen Zeit, sie zu beantragen. Für die Aufstockung muss die Maßnahme bis spätestens 28. Februar 2024 abgeschlossen sein.

200.000 Euro pro Jahr gibt es für die Arbeitsgemeinschaft vom Umwelt- und Mobilitätsministerium. Das Ministerium übergab der AGFK auch eine Broschüre, die die Mindeststandards der Straßenverkehrsordnung (StVO) wiedergibt. Auf dieses Wissen können die Kommunen zurückgreifen, wenn sie etwa Radfahrstreifen oder Fahrradzonen einrichten.

Saarbrückens OB ist Vorsitzender

Für die neue Arbeitsgemeinschaft wurde auch ein Vorstand gewählt. Vorsitzender ist Saarbrückens Oberbürgermeister (OB) Uwe Conradt (CDU), seine Stellvertreter sind der Neunkircher OB Jörg Aumann (SPD) und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo (SPD).

Der Vorsitzende Uwe Conradt sagte, die Arbeitsgemeinschaft werde „das Radfahren in den Kommunen attraktiver machen und dafür zusammenarbeiten. Zudem setzen wir uns für einen abgestimmten Ausbau der Radinfrastruktur über Stadtgrenzen hinaus ein“.

Bei der Gründungsversammlung in Saarbrücken war auch Homburgs Beigeordneter Manfred Rippel (SPD) dabei. Er sagte, er gehe davon aus, „dass uns die Gründung dieser Arbeitsgemeinschaft durch die sich ergebenden Synergieeffekte und die Unterstützung durch das Ministerium helfen können, diese Ziele zu erreichen. Daher war schnell klar, dass wir uns als Stadt Homburg der AGFK anschließen werden“, sagte Rippel.

Homburger Radweg wird asphaltiert

In Homburg geht es schon gleich los in Sachen Radwege: Auf dem Gelände des Homburger Gymnasiums Johanneum soll bei den Pfadfindergebäuden in nächster Zeit der Lückenschluss zum Bliestalradweg asphaltiert werden. Der Abschnitt war bisher lediglich geschottert. Die Asphaltierung soll den Radweg für die Schüler, die zum Beispiel mit dem Rad zum Gymnasium fahren, in Zukunft komfortabler machen.

Der sprichwörtliche Weg bis zur Radweg-Asphaltierung war nicht so einfach. Denn der Radweg und das dazugehörige Areal sind in Privatbesitz. Deshalb können weder die Stadt Homburg noch das Johanneum ohne Absprachen darüber entscheiden. Rippel hofft, dass die Asphaltierung bald umgesetzt werden kann – und dass sie im besten Fall komplett von Bund und Land gefördert wird. Das könnte eine der ersten Förderungen sein, von der Homburg als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft profitiert.

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