Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Fotograf Roman Schmidt seine Stadt in Spielen verewigt

blkmemnory3

Der Gollenstein auf Memory-Karten gebannt? Das geht. Roman Schmidt hat ein Spiel mit Blieskasteler Motiven erstellt. Er hat noch ein Puzzle in petto. Das kann man verändern. Aber wie?

Warum immer hektisch durch die eigene Heimatstadt laufen, ohne die schönen Orte und Sehenswürdigkeiten zu beachten? Das dachte sich der Blieskasteler Roman Schmidt – und ging ans Werk. Seine Mutter spielte dabei eine große Rolle.

Die Barockstadt Blieskastel kennen viele Menschen in der Region. Kein Wunder: Mit ihrer Altstadt, dem Rathaus und dem Paradeplatz hat die Stadt so einiges zu bieten. Der Gollenstein ist da keine Ausnahme. Der etwa 4000 Jahre alte Menhir thront mit seinen 6,58 Metern Höhe auf dem Blieskasteler Berg und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Vielleicht kennen viele auch noch den Schlangenbrunnen in der Fußgängerzone und die Kapelle des Klosters.

All diese Motive gibt es jetzt als Memory-Spiel unter anderem in der Tourist-Info im Haus des Bürgers, dem ehemaligen Amtsgericht. „Schönes aus Blieskastel“ heißt ein kleines, aber feines Angebot in der Tourist-Info, das seit wenigen Tagen durch zwei verschiedene Memory-Versionen ergänzt wurde. Die Fotos auf den Memory-Karten stammen vom Fotografen Roman Schmidt, der schon seit Jahren eine Postkarten-Edition mit Blieskasteler Motiven in seinem Laden verkauft. Doch die eigentliche Idee zum Blieskasteler Memory hatte Schmidts Mutter.

Sie suchte für jemanden ein originelles Geschenk und stiftete ihren Sohn an, aus seinen vorhandenen Motiven ein Memory-Spiel zu machen. Gesagt, getan – und schon explodierte die Nachfrage. Aber wie wählte Schmidt aus der Bilderfülle die Fotos aus? „Zuerst habe ich die bekannten innerstädtischen Motive bei Tag und bei Nacht benutzt“, sagt Roman Schmidt. 25 Bilderpaare sind in jedem Memory enthalten.

Dann hat er eine zweite Version produziert, die alle Blieskasteler Ortsteile und Vororte, also etwa auch das kleine Wecklingen, abdeckt – samt Foto- und Merkmotiven. Stehen bei der Stadt-Version die Bilder für sich, hat der Fotograf bei der Vororte-Version unter jedes Bild den Ortsnamen geschrieben. „Sonst weiß niemand, wo das ist“, erklärt er. Somit avanciert das Memory nicht nur zum Merk- sondern auch zum Dazulern-Spiel.

Beide Editionen sind nicht nur in seinem Ladengeschäft für 20 Euro erhältlich, sondern zum gleichen Preis auch in der Tourist-Information. Wobei die Vorort-Edition laut Schmidt gefragter ist. Fragt man Käufer, kommen beide Spiele gut an. Eine Käuferin beispielsweise berichtete, dass sie das Spiel ihren Enkelkindern gekauft habe und jetzt mit ihnen die fotografierten Orte nacheinander besuchen muss, weil die Enkel sie „in echt“ sehen wollen.

Und aus dem anfänglichen Verkauf von Postkarten und dem Memory-Spiel mit Blieskasteler Motiven ist noch mehr geworden: „Leute kommen in den Laden und fragen nach Puzzles mit den Blieskastler Motiven“, so Schmidt. Man merkt ihm die Freude über die positive Resonanz an.

Und so ging Roman Schmidt ans Werk – beziehungsweise ans Puzzle – und stellte das Spiel mit den ineinanderpassenden Teilen ergänzend zu den Memorys her. Man kann sie mittlerweile auch schon in zwei Ausführungen kaufen. Beim Standard-Puzzle kann man sich für 18 Euro mit 264 Teilen vergnügen. Wer möchte, kann aber auch ein Puzzle mit bis zu 2000 Teilen bestellen. Natürlich auch wieder individuell.

So bietet Roman Schmidt in seinem Fotoshop in der Zweibrücker Straße 15 auch Memory-Spiele und Puzzles mit den Motiven an, die die Kunden selbst fotografiert haben – ob das die eigenen Haustiere sind, die Blumen im Garten, oder die bucklige Verwandtschaft.

Die Stadtverwaltung Blieskastel fand die Idee von Roman Schmidt und seiner Mutter jedenfalls gut, orderte einige der Memory-Spiele als Werbeträger für die Stadt und freut sich über die rege Nachfrage. Den Preis begründet Schmidt mit der Kleinauflage des Spiels, die immer dann nachbestellt wird, wenn wieder eine gewisse Menge verkauft ist. „In Großauflage kämen wir wohl unter zehn Euro, aber davon sind wir noch weit weg“, sagt Roman Schmidt. Bisher hat er nach eigenen Angaben bislang um die 60 Blieskastel-Memorys verkauft. Aber jeder fängt mal klein an – außer vielleicht der Gollenstein.

Mehr zum Thema
x