Saarbrücken Warum es Bewerber leicht haben, eine Ausbildung zu finden
Im Juli sind mehr Menschen im Saarland arbeitslos gewesen als einen Monat vorher. Vor allem junge Menschen sind betroffen. Gleichzeitig gibt es viele freie Ausbildungsplätze. 35.700 Arbeitslose gab es im Juli im Saarland, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Das waren 300 Menschen oder ein Prozent mehr als im Juni und 2700 Menschen oder acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,8 Prozent. Im Juni lag sie bei 6,7 Prozent.
Im Saarpfalz-Kreis gab es im Juli 3.663 Arbeitslose. Die Zahl ist gegenüber Juni um 1,7 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,9 Prozent, im Juni bei fünf Prozent. In Saarbrücken gab es 16.678 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,5 Prozent, in Neunkirchen bei 7,4 Prozent.
Schulz: Azubis kennen viele Ausbildungsberufe nicht
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli entspricht der saisonüblichen Entwicklung. Insbesondere jüngere Menschen haben sich arbeitslos gemeldet“, erklärte Heidrun Schulz von der Arbeitsagentur. Das seien Menschen, die zum Teil ihre Ausbildung beendet hätten und nicht übernommen worden seien. Da sei sie sich sicher, dass die Arbeitslosigkeit nur kurz anhalte. „Diese Fachkräfte sind auf unserem Arbeitsmarkt gesucht und werden zügig eine Arbeitsstelle finden.“
Vor allem auf dem Ausbildungsmarkt herrsche viel Bewegung. Rund 1400 Jugendliche seien derzeit auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 2700 offene Plätze gibt es. Das sind 200 unbesetzte Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage sei vor allem in bestimmten Berufen sehr hoch. So konzentrieren sich rund 41 Prozent im Saarland auf gerade mal zehn Ausbildungsberufe – darunter Friseur, Verkäuferin, Elektronikerin und Kaufmann. Schulz schloss daraus, dass viele die rund 300 Ausbildungsberufe gar nicht kennen. Momentan kommen auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen 51 Bewerber.